Sanieren und sparen

Neue Dämmung muss EnEV erfüllen

Der Bestand an Altbauten in Deutschland ist beachtlich: Mehr als zwei Drittel aller Wohngebäude sind über 35 Jahre alt. Nicht gedämmte Altbauten verbrauchen vier- bis fünfmal mehr Heizenergie als ein nach den Vorgaben der Energie-Einsparverordnung (EnEV) errichteter Neubau. Jahresverbräuche um 250 kWh pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche sind keine Seltenheit (10 kWh entsprechen etwa dem Heizwert von 1 Liter Heizöl oder 1 Kubikmeter Erdgas). 70 bis 75 Prozent lassen sich durch eine konsequente Wärmedämmung rund ums Haus einsparen. Das bedeutet bei den derzeitigen Energiepreisen eine Heizkosteneinsparung von rund 1.000 Euro jährlich für ein Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche.

Wann besteht eine Pflicht zum Dämmen?

Bei einem freistehenden Einfamilienhaus, das vor 1984 gebaut wurde, entweicht im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent der Wärme über das Dach. Eigentlich Grund genug, bei einer Dachneudeckung nicht nur auf die äußere Schönheit eines Daches Wert zu legen, sondern auch eine Modernisierung der Unterkonstruktion durchzuführen.

Seit der Verabschiedung der EnEV und ihrer neueren Fassungen ist dies allerdings keine Kür, sondern Pflicht, sobald mehr als 10 Prozent der Außenbauteilfläche – zu dieser gehört auch das Dach – ersetzt oder erneuert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Themenseite EnEV und Dachsanierung:


Was bedeutet die EnEV für Dachausbau und Sanierung?

Sobald eine Sanierung geplant ist oder ein Neubau realisiert wird, kommt unausweichlich die Abkürzung EnEV ins Spiel – und das, was sie für Hausbesitzer bedeutet: die rechtlich bindende Verpflichtung zu energiesparenden Maßnahmen. Hier die wichtigsten Informationen in der Übersicht: [Weiterlesen]


Der erste Weg führt deshalb zum Fach-Handwerksbetrieb oder zu einem zertifizierten Energieberater. Dieser kennt sich mit den Finessen der Verordnung aus, weiß die optimalen Lösungen und ist auch autorisiert, förderfähige Sanierungen zu betreuen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) stellt eine umfangreiche Liste von Energieexperten bereit, die bei einer effizienten Sanierung beraten.

Wie wird man der EnEV gerecht?

Welche Dämmwirkung mit welchem Material in welcher Dicke erreicht wird, lässt sich präzise definieren. Alle Hersteller liefern zu ihren Produkten die erforderlichen Angaben zu Wärmeleitfähigkeit, Schallschutzeigenschaften, Feuchte- und Brandschutz. Eine Faustregel: Die Experten des Fachbereichs Energie und Umwelt beim Fachinformationszentrum Karlsruhe empfehlen eine Dachdämmung von mindestens 20 Zentimetern. Allein damit lässt sich eine eindrucksvolle und messbare Energieeinsparung realisieren. Sanierer können so die gesetzlichen Vorgaben in den meisten Fällen problemlos erfüllen und den empfohlenen Dämmwert erreichen.

Hinzu kommt: Mit dem Energieausweis, der laut EnEV für jedes neuerrichtete, sanierte oder erweiterte Gebäude verpflichtend ist, wird der Heizenergieverbrauch eines Hauses für jeden potentiellen Käufer oder Mieter nachprüfbar und damit zum wichtigen Kriterium für den Wert einer Immobilie.

Apropos Wert: Förderungen nutzen!

Die EnEV schreibt den Bauherren bestimmte Dämmwerte vor, eröffnet ihnen aber auch die Chance, den Wert ihres Eigenheims zu steigern. Für den energiegerechten Aus- oder Umbau des Daches können staatliche Fördermittel beantragt werden.

Mehr Informationen: Kostenloses E-Book „Förderung und Finanzierung“

Bildquelle: Isover

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