Dachbaustoffe – die Schnell-Info

Unsere Dächer: Mehr drauf, als man denkt

Genau betrachtet, besteht ein Dach nicht nur aus den von außen sichtbaren Elementen, nämlich der Eindeckung. Zum Dach gehört mehr: Es besteht aus vielen Einzelteilen, die aufeinander abgestimmt ein funktionierendes Ganzes ergeben.

Grundsätzlich unterscheidet man beim Aufbau eines Daches zwischen der Dachkonstruktion und der Dachhaut. Die Dachkonstruktion ist das Tragwerk eines Daches – besser bekannt unter dem Begriff Dachstuhl.

Holzbau ganz oben

Die Dachkonstruktion besteht im Privatbau klassischerweise aus Holz. Dieses Material eignet sich hervorragend, da es sowohl relativ leicht als auch stabil und langlebig ist – und vor allem temperaturbeständig. Der Dachstuhl liegt an den Hauswänden auf, was den statischen Vorteil bietet, dass ein Großteil der Gesamtlast an diese abgeführt wird. Das Gerüst besteht dabei aus mehreren Sparren oder Pfetten, auf denen später Dach- und Konterlattung angebracht werden.

Mehr Informationen: Themenseite Dachkonstruktion

Welches Holz für den Dachstuhl?

Am häufigsten verbaut wird in Deutschland heimisches Nadelholz, das durch Trocknung einen hohen Grad an konstruktivem Feuchteschutz mitbringt. Es wird daher heute üblicherweise nicht mehr chemisch behandelt. Der Dachstuhl kann in handwerklicher Arbeit vom Zimmerer Stück für Stück zusammengefügt werden, industriell vorgefertigte Elemente sind aber auch eine Option.

Schicht für Schicht zur dichten Dachhaut

Der Begriff Dachhaut steht für die Dachdeckung und die Dachabdichtung zusammen. Von innen nach außen: Bei einem typischen Steildach wird zunächst die Diffusionsbremse angebracht, auf die eine Aufsparrendämmung folgt, die wiederum nach außen hin abgedichtet wird. Darauf erfolgt anschließend die Konterlattung, auf der letztlich die Dacheindeckung verlegt wird.

Gut gedeckt ganz nach Geschmack

Die Eindeckung des Daches ist der abschließende und entscheidende Faktor bei der Konstruktion. Die Wahl des Baustoffes sollte nach den jeweiligen Voraussetzungen bestimmt werden. Je nach Dachneigung, gewünschter Optik, Tragfähigkeit des Dachstuhls, witterungsbedingten Einflüssen und lokalen Gepflogenheiten kann unter bewährten Baustoffen gewählt werden:

Mehr Informationen: Ratgeber Eindeckung

Dämmung: Spart Geld und schafft gutes Klima

Eine ausreichende Dämmung bringt mehrere Vorteile auf einmal: Sie hält Energie drinnen und Temperaturwechsel draußen. Entscheidend sind aber nicht nur die verwendeten Materialien, sondern auch eine sorgfältige Arbeitsausführung bei der Verarbeitung. Die Isolierung darf keine Lücken aufweisen, da sonst Wärme- und Energieverluste auftreten bzw. die Integrität der Dämmschicht beeinträchtigt wird. Folgende Dämmstoffe haben sich über Jahre bei Neubau oder Sanierung bewährt:

Mehr Informationen: Themenseite Dämmung

Mit Sicherheit dicht

Die Eindeckung allein genügt nicht, um das Dach komplett vor Witterungseinflüssen dicht zu bekommen. Zusätzlich kommt eine Unterdeckbahn oder Unterspannbahn von außen auf die Sparren. Darauf lässt sich die Eindeckung an der jeweiligen Dachlattung einhängen. Von innen ist eine Dampfsperre anzubringen, die das Kondenswasser aus der Dämmschicht hält. Unterspannbahnen und Dampfsperren bestehen meist aus folgenden Materialien:

  • PU
  • PVC
  • Polyethylen
  • Metallfolie

Bildquelle: Rathscheck Schiefer (Hauptmotiv)

Diese Artikel könnten Sie interessieren:

Dachziegel und Dachsteine: Was sind die Unterschiede?

Oben auf dem Dach gibt es tatsächlich Konkurrenz: Ziegel und Dachsteine ähneln sich optisch sehr, unterscheiden sich aber in ihren Eigenschaften deutlich und bieten jeweils auch ganz spezielle Vorteile. Hier die für Hausbesitzer interessantesten in 7 Punkten! Für den schnellen Fakten-Vergleich finden Sie am Ende des Artikels unsere Quick-Info. [Weiterlesen]

Neue Architektur-Idee: Farbiger Schiefer

Grüner oder roter Schiefer? Gibt es tatsächlich – und sieht echt gut aus: [Weiterlesen]

Farbenfroh bis zum First – wie Dächer Persönlichkeit entwickeln

Auf deutschen Dächern herrscht ein eher traditioneller Look vor: Die meisten Eindeckungen präsentieren sich nach wie vor in klassischem Ziegelrot oder in Brauntönen. Dabei geht es inzwischen auch weitaus kreativer – mit farbigen Ziegeln oder Dachsteinen lässt sich ein Haus ebenso gut individualisieren wie mit rein architektonischen Effekten. [Weiterlesen]

Ist Zink am Dach ökologisch empfehlenswert?

Da umweltfreundliches Bauen zunehmend an Aktualität gewinnt, ist die Frage durchaus berechtigt, ob Hausbesitzer Zink mit gutem ökologischem Gewissen einsetzen können. Wir haben Zink deshalb einmal genauer unter die Umwelt-Lupe gelegt: [Weiterlesen]

Dachsteine, Dachziegel, Schiefer und Zink im Vergleich

Gibt es eigentlich das „beste“ Deckmaterial fürs Dach. Kaum, aber das passendste schon: [Weiterlesen]

Dachsteine und Tondachziegel

Nach wie vor dominieren Dachsteine und Tondachziegel auf deutschen Dächern. Und das aus gutem Grund: Langlebig und widerstandsfähig schützen sie vor Wind und Wetter, während verschiedene Farben und Oberflächen optische Reize versprechen. [Weiterlesen]

Trittsysteme: Sicher aufs Dach bei jedem Wetter

Es muss nicht einmal regnen oder schneien, damit ein Dach rutschig wird. Ein dünner Feuchtigkeitsfilm genügt schon. Damit das Dach trotzdem sicher als Fluchtweg verfügbar bleibt, Kaminkehrern einen sicheren Tritt bietet und dem Dachdecker eine problemlose Inspektion ermöglicht, gibt es spezielle Trittsysteme. [Weiterlesen]

Schmucke Giebelverzierungen

Der Hausgiebel fristet oft ein stiefmütterliches Dasein. Zu Unrecht: Mit den richtigen Baumaterialien wird das Dreieck schnell zu einem Blickfang, der zudem funktionale Vorteile mit sich bringt. [Weiterlesen]