Ratgeber Dachentwässerung

Regenrinnen und Fallrohre – so kommt das Wasser sicher vom Dach

Ob es nieselt, in Strömen gießt oder der Schnee taut – Wasser muss kontrolliert vom Dach abgeleitet werden. Das übernimmt die Dachentwässerungs-Anlage, die auf jedem Haus allein schon wegen des Substanzschutzes unverzichtbar ist. Sie nimmt das von den Dachflächen ablaufende Regenwasser komplett auf und leitet es vom Haus weg. Das Ergebnis: Die Hauswände bleiben trocken und das Regenwasser belastet nicht zusätzlich den Bereich um die Grundmauern herum.

Ein Dachentwässerungssystem besteht aus Regenrinnen, die entlang der Traufkante angebracht sind, und Fallrohren, die das in den Rinnen gesammelte Wasser ableiten. Der Ablauf funktioniert ausschließlich neigungsbasiert – erst durch die Schräge des Daches, dann durch die Neigung der Regenrinnen. Diese müssen deshalb an allen Seiten so im richtigen Neigungswinkel montiert sein, dass durch ausreichendes Gefälle ein zügiger Ablauf auch bei größeren Regenmengen gewährleistet ist.

Welches Material für die Regenrinne?

Dachentwässerungs-Elemente werden in unterschiedlichen Materialien angeboten. Unterschiedlich sind auch die Eigenschaften, die Dauerhaftigkeit und die Kosten der Regenrinnen und der dazugehörigen Fallrohre.

Titanzink

Dachentwässerungs-Systeme aus Titanzink sehen nicht nur chic aus, sondern überzeugen auch durch ihre Qualitäten. Das Material ist langlebig, korrosionsbeständig und nahezu unverwüstlich. Zink ist die in Deutschland derzeit beliebteste Lösung für die Entwässerung des Daches, zudem eine im Vergleich überraschend günstige. Im Lauf der Zeit entwickelt Titanzink durch Bewitterung eine Patina, die man aufgrund ihrer attraktiven Optik entweder als solche genießen oder mit geeigneten Farben überlackieren kann. Eine Titanzink-Dachrinne gilt unter Fachleuten als Einmal-Investition – sie hält so lange wie das Dach selbst.

Kunststoff

Flexibel, einfach zu verarbeiten, preiswert und auch noch langlebig – Regenrinnen aus Kunststoff bringen zahlreiche Pluspunkte mit aufs Dach. Korrosion ist bei ihnen materialbedingt kein Thema. Zudem sind die von Markenanbietern wie Braas eingesetzten Kunststoffe so robust, dass sie sowohl dem Wetter als auch mechanischen Einflüssen problemlos standhalten. Eine Leiter für die Reinigung beispielsweise lässt sich an einer Kunststoff-Regenrinne unbedenklich anlegen, ohne dass etwas knackt und bricht.

Kupfer

Wer den Regen gerne durch den Rolls-Royce unter den Rinnen ableiten will, ist mit Kupfer gut bedient. Es hält ewig, rostet nicht und sieht klassisch aus. Für Kupfer-Dachrinnen muss allerdings noch reichlich Luft im Sanierungs- oder Neubaubudget sein – sie sind etwa doppelt so teuer wie Titanzinkelemente.

Verzinktes Stahlblech

Das „Sensibelchen“ unter den Dachrinnen. Dachrinnen aus verzinktem Stahlblech sind kostengünstig, verlangen aber beständige Aufmerksamkeit. Schon kleinste Beschädigungen an der schützenden Zinkschicht können zu Durchrostungen führen, die Regenrinne beginnt dann zu tropfen. Bei wachsenden Korrosionsdefekten und Starkregen läuft Wasser als kräftiges Rinnsal durchs Leck ab, was die Fassade schädigen kann. Kratzer im verzinkten Stahlbleck müssen deshalb so schnell wie möglich entdeckt und ausgebessert werden.
Aluminium
Der Alleskönner Alu wird auch für die Dachentwässerung eingesetzt. Nicht alle Fachbetriebe allerdings empfehlen das Material ohne Vorbehalte: Aluminium lässt sich nicht löten und muss deshalb – mit etwas höherem Montageaufwand – vernietet und anschließend mit Stoffen wie Silikon abgedichtet werden. Eine Silikonfuge ist aber immer auch eine Wartungsfuge. Da sich Aluminium bei Erwärmung ausdehnt, wird die Dichtungsschicht permanent mechanisch strapaziert, die Fuge darunter kann undicht werden. Längere, ungestützte Alu-Rinnen neigen wegen der Weichheit des Materials außerdem zum Durchhängen.

Was kostet eine Regenrinne?

Der Preis einer Dachentwässerungsanlage bemisst sich nach vier individuellen Faktoren: Dem gewählten Material, der benötigten Menge an Rinnen und Rohren sowie deren Durchmesser, dem erforderlichen Montagezubehör (Halterungen, Verbindungs- und Endstücke) und der Arbeit des Fachbetriebs. Gegebenenfalls kommen noch Zusatzkosten wie die Miete einer Arbeitsbühne hinzu. Es empfiehlt sich also, ein Komplettangebot einzuholen. Am leichtesten zu einzuschätzen sind die reinen Materialkosten:

  • Kunststoff-Regenrinnen ab ca. 5 bis 10 Euro / Meter
  • Zink-Regenrinnen ab ca. 10 Euro / Meter
  • Kupfer-Regenrinnen ab ca. 15,00 Euro / Meter

Warum braucht jedes Haus eine Dachentwässerung?

Würde man auf Regenrinnen und Fallrohre verzichten, so liefe das Regen- und Tauwasser über die Traufkante an der Fassade entlang nach unten. Die Folge wären Verschmutzungen an der Fassade durch Spritz- und Tropfwasser. Über kurz oder lang träten auch Durchfeuchtungen von Außen- und Kellerwänden aufgrund von Staunässe auf. Aus diesem Grund sind alle Gebäude mit einer Entwässerung ausgestattet – sogar bei Gartenhäusern kommt sie oft zum Einsatz.

Muss man eine Regenrinne reinigen?

Kleine Äste und Herbstlaub können sich in der Regenrinne zu echten kleinen Staudämmen auswachsen und den Abfluss des Regenwassers blockieren. Eine Säuberung in regelmäßigen Abständen ist deshalb empfehlenswert. Wer das Risiko des Kletterns scheut und wem Profis zu teuer sind – ein Laubschutzgitter löst das Problem ein für allemal.

Mehr Informationen: Themenseite Laubschutz

Wer baut eine Regenrinne ans Haus?

Dachentwässerungen werden beispielsweise von Dachdeckern montiert. Auch Spengler – heute meist in der Heizungs-/Wasser-/Sanitärbranche angesiedelt – übernehmen diese Arbeiten.

Kann man eine Dachrinne selbst montieren?

Rein theoretisch können Hausbesitzer ihre Entwässerung auch in Eigenleistung realisieren. Praktisch betrachtet, ist die Montage von Regenrinnen und Fallrohren aber definitiv ein Fall für den Profi. Denn zum einen sollte die Entwässerungsanlage in Durchmesser und Gefälle auf die Größe des Daches und die lokal zu erwartende Regenmenge abgestimmt sein. Zum anderen ist sorgfältige Arbeit das A und O – stimmt die Neigung auch nur minimal nicht, sind Ablaufprobleme programmiert. Wenn Regenrinnen-Verbindungen aus Zink oder Kupfer verschweißt oder gelötet werden müssen, ist bedarf es ohnehin speziellen Equipments.

Wie kann man Regenwasser nutzen?

Mit „intelligenten“ Dachentwässerungssystemen kann man Regenwasser sammeln, ohne dass die Tonne überläuft. Leitungswasser wird so im Garten überflüssig. Besonders ausgereifte Systeme bereiten das Wasser sogar für die Toilettenspülung wieder auf. Das schont den Geldbeutel und ist gut für die Umwelt.

Mehr Informationen: Spartipp Regenwassernutzung 

Kann man Regenrinnen reparieren?

Kleine Undichtigkeiten der Dachentwässerung müssen nicht dazu führen, dass das komplette System ausgetauscht wird. Solange die Substanz der Regenrinne und der Fallrohre in Ordnung ist, lassen sich Risse und kleinere Löcher leicht ausbessern. Hierzu wird entweder das schadhafte Element ausgetauscht oder der Defekt punktuell behoben, beispielsweise durch Schweißen oder Löten.

Welche Vorschriften gelten für Regenrinnen?

Dachrinnen besitzen halbrunde oder kastenförmige Querschnitte, um das Wasser komplett und vor allem schnell aufnehmen zu können. Die Regenfallrohre wiederum sind rund oder quadratisch geformt und geschlossen. Die DIN 18460, 18461 und 18469 definieren die Regenfallrohre und Dachrinnen in ihrer Begrifflichkeit, den Eigenschaften und den Maßen. Die Bemessung der Querschnitte muss der Dachdecker oder Bauherr vornehmen. Sie ist abhängig von der Regenmenge, die pro Sekunde von der Dachfläche aufgenommen werden muss. Diese Regenmenge bezeichnet man auch als Regenspende. Die Regenspende ist ein für jede Region festgelegter statischer Wert. Kann diese Menge innerhalb der Sekunde nicht von den Dachflächen abfließen, so muss ein größerer Querschnitt gewählt werden. Für den endgültig zu wählenden Durchschnitt ist zusätzlich der Abflussbeiwert nach DIN 1986 T2 mit zu berücksichtigen.


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