Farbige Ziegel und Dachsteine

Sind bunte Dachziegel erlaubt?

Welcher Ziegel darf eigentlich aufs Dach? Deutschland ist nach wie vor eine überwiegend rot-braune Zone, was Dachdeckungen angeht. Immer mehr Hausbesitzer aber wünschen sich, dass ihr Dach einen individuelleren Look aufweist und in einer Nicht-Standardfarbe gedeckt wird. Die Voraussetzungen sind da: Schließlich können mit modernen Verfahren Ziegel und Dachsteine in einer nahezu unbegrenzten Vielfalt produziert werden. Die Tönungspalette reicht von verschiedenen Rotnuancen über Grün, Blau, Braun und Granit bis zu Brillantschwarz. Es gibt bunte Ziegel ebenso wie farbige Dachsteine, auch glänzende Oberflächen haben unter den Bauherren viele Fans.

Welche Farbe darf ein Ziegel oder ein Dachstein haben?

Eine bundeseinheitliche Regelung für bunte Eindeckungen existiert, da Baurecht Ländersache ist, nicht. Generell gilt aber für die Auswahl von Dachziegeln oder Dachsteinen: Je dezenter, desto genehmigungsfreundlicher – es muss ja nicht unbedingt Giftgrün oder Postgelb sein. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Anfrage beim örtlichen Bauamt, am besten mit genauer Angabe des Wunschtones und der Ausführung.

Am besten: Gleich mit dem Muster zum Bauamt

Noch praktischer: Man bestellt sich einfach einige Muster der in Frage kommenden Ziegel und legt diese zur Begutachtung und Genehmigung bei der Baubehörde vor. Einen kostenlosen Musterversand bietet beispielsweise Braas an. Das hat zudem den Vorteil, dass man die Eindeckung nicht nach einer unter Umständen farblich nicht exakten Online-Abbildung, sondern einem realen Exemplar auswählen kann.

Mehr Informationen: Themenseite Farbige Dächer 

Baubehörden bevorzugen rötlich

Die Präferenz für diese klassischen Eindeckungsfarben ist historisch gewachsen – früher gab es ganz einfach ein technisch begrenztes Spektrum an Farboptionen. Dass die Traditionstöne heute ganze Regionen prägen, wird vielerorts als positiv im Sinne eines harmonischen Gesamtbilds betrachtet. Allerdings: Deutsche Dächer sind im Umbruch. Sie tragen oftmals – sogar staatlich geförderte – Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen, sind also allein schon hierdurch alles andere als einheitlich.

Glänzende Dachziegel – ein Pro-und-Contra-Thema

Viele Bauämter sehen auch glasierte Dachziegel skeptisch: Vom ihrer glänzenden Oberfläche gehe eine zu starke Blendwirkung aus. Anderseits können Solaranlagen sowie Glaskonstruktionen teilweise wesentlich stärker blenden und werden doch ohne Auflagen genehmigt.

Nach Auffassung von Bauexperten ist die Lichtreflektionsfähigkeit glasierter Dachziegel sehr gering. Es müssten schon mehrere Faktoren ungünstig zusammentreffen – wie die spezifische Dachneigung und der aktuelle Einfallswinkel der Sonne –, um eine optische Belästigung zu verursachen.

Mehr Informationen: Experten-Interview Engobe und Glasur

Welche Ziegel bei Photovoltaik-Anlagen?

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann allerdings deren Farbe auch dann für die Eindeckung wählen, wenn die örtliche Bauvorschrift etwas anderes vorsieht – denn die Module stehen technisch bedingt nicht in Rot oder Rotbraun zur Verfügung. Die Argumentation des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg ist dabei recht praxisnah: Wenn Installationen zur Nutzung regenerativer Energie genehmigt werden, die es nur in Schwarz oder Blautönen gibt, ist es unangemessen, dass dieselbe Genehmigungsbehörde beim verbleibenden Teil des Daches auf einer roten Deckung besteht.

Bildquelle: Braas

Farbenfroh bis zum First – wie Dächer Persönlichkeit entwickeln

Auf deutschen Dächern herrscht ein eher traditioneller Look vor: Die meisten Eindeckungen präsentieren sich nach wie vor in klassischem Ziegelrot oder in Brauntönen. Dabei geht es inzwischen auch weitaus kreativer – mit farbigen Ziegeln oder Dachsteinen lässt sich ein Haus ebenso gut individualisieren wie mit rein architektonischen Effekten. [Weiterlesen]

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