Ratgeber Dachformen

Deutschlands beliebteste Dächer – echte Formsache

Das Dach macht den Unterschied – und zwar einen beträchtlichen: Es prägt den optischen Charakter des Hauses maßgeblich, beeinflusst das Platzangebot und die Nutzungsmöglichkeiten. Im Lauf der Zeit haben sich mehrere Bauformen als Favoriten der Hausbesitzer etabliert. Was sie auszeichnet und warum sie so verbreitet sind – hier die „Top 5 der Dächer“:

Spitzen-Platz: das Satteldach

Eindeutiger Spitzenreiter unter den Dachtypen ist das Satteldach, das sowohl bei Bestands- als auch bei Neubauten in Führung liegt. Über 90% der Dächer in Deutschland weisen diese Form auf. Ein Satteldach besitzt zwei geneigte Dachflächen, die sich im höchsten Punkt treffen. Die Seitenneigung ist dabei in der Regel gleich groß. Zusätzlich können beispielsweise Gauben und Dachfenster im Satteldach integriert oder das Dach mit beziehungsweise ohne Überstand versehen werden – nicht alle Satteldächer müssen daher gleich aussehen.

Ein überzeugendes Argument fürs Satteldach ist zudem finanzieller Art: Da die Konstruktion geläufig und relativ einfach ist, lässt sich diese Dachform günstig realisieren.

Wetter-Widerstand: das Walmdach

Das Walmdach gilt als Urform des Daches überhaupt. Bei dieser Bauweise fällt das Dach an allen vier Seiten des Hauses ab, anders also als beim Satteldach mit seinen zwei Flächen. Der Vorteil liegt im besonders guten Wetterschutz: Durch die allseitige Neigung gelangt weniger Niederschlag an die Außenflächen, Nässe wird rundum per Rinnen abgeleitet und die Fassade bleibt länger in gutem Zustand. Walmdächer sind daher größtenteils in Regionen zu finden, in denen eine erhöhte Belastung durch Wetterbedingungen zu erwarten ist.

Einen irritierenden Namen, aber dennoch eine hohe Verbreitung weist das Krüppelwalmdach auf. Dabei handelt es sich um eine moderne Variante: Die Giebel der Front- und Rückseite sind nur noch teilweise abgesenkt. Somit besteht für die Fassade immer noch eine optimale Schutzfunktion, im Inneren aber ergibt sich eine bessere Nutzbarkeit des Dachgeschosses. Durch die Fenster am Giebel oder durch zusätzliche Gauben ist eine gute Belichtung im Obergeschoss gewährleistet.

Edler Villen-Look: Das Mansarddach

Edel und luxuriös – diese Attribute beschreiben ein Mansarddach wohl am treffendsten. Es ist in sich zweigeteilt. Ein steil aufragender unterer Dachteil vergrößert die Höhe, erst dann knickt der obere Richtung First ab. Durch die höheren Seiten formt das Mansarddach mehr Raum fürs Wohnen und erlaubt es, die verfügbare Grundfläche optimal auszuschöpfen. Zu Zeiten, als gehobene Haushalte noch über Dienstpersonal verfügten, konnte dieses praktischerweise in der Mansarde untergebracht werden.

Klare Linie: Das Pultdach

Das Pultdach besitzt nur eine einzige, geneigte Dachfläche und gilt als eine designorientierte Variante unter den Dachformen. Auf der nicht geneigten Seite fällt maximale Helligkeit ein, die niedrigere andere Seite schützt gegen Wind und Wetter. Pultdächer lassen viel Spielraum für individuelle Lösungen, zum Beispiel bei zwei übereinander versetzten Wohnebenen innerhalb des Hauses.

Einfach und praktisch: das Flachdach

Ein Flachdach besitzt keine beziehungsweise nur eine geringe Dachneigung von bis zu 10 Grad. Das Flachdach gibt es seit den 1920er Jahren. Es ist unter Konstruktionsaspekten eine schlichte und praktische Lösung, weist allerdings einige Nachteile auf. Flachdächer müssen besonders sorgfältig abgedichtet werden, da sich sonst Nässe auf dem Dach stauen und Feuchteschäden verursachen kann. Bei den zur Wirtschaftswunderzeit beliebten Bungalows waren Nässeschäden so häufig, dass dem Flachdach bis heute ein Negativ-Image als reparaturanfällige Lösung anhaftet, auch wenn sich die Techniken zur Abdichtung deutlich weiterentwickelt haben und Probleme weitaus seltener auftreten.

Bildquelle: Rathscheck Schiefer, Braas

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