Ratgeber Solaranlage

Kostenlosen Strom und Wärme gewinnen

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (kurz EEWärmeG) schreibt vor, dass bei einem Neubau mit einer Nutzfläche von mehr als 50 m², der Wärme- (oder Kälte)-Energiebedarf im unterschiedlichen Umfang aus erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Eine Möglichkeit dieser Anforderung gerecht zu werden, ist die Installation einer Photovoltaik- und Solarthermie-Anlage. Für den Hausbesitzer heißt das, nicht nur selbst Geld zu sparen und zum Umweltschutz beizutragen, sondern auch von Fördergeldern und günstigen Krediten, die von Seiten des Staates für die Anschaffung einer Solaranlage vergeben werden, zu profitieren.

Solartechnik

Solartechnik umfasst alle Systeme, die die kostenlos zur Verfügung stehende Sonnenenergie in Strom oder Wärme umwandeln. Man unterscheidet dabei prinzipiell zwischen Solarthermie und Photovoltaik

Solarthermie

Bei der Solarthermie wird die Sonnenstrahlung in den Solarzellen in Wärmeenergie umgewandelt und von dort über eine Trägerflüssigkeit zu einem Speicher weitergeleitet. Hier angelangt, erwärmt die Trägerflüssigkeit das Brauchwasser im Speicher.

Photovoltaik (PV)

Bei der Photovoltaik wandeln die Solarzellen die Strahlungsenergie in elektrischen Strom um. Da der Strom jedoch zunächst als Gleichstrom vorliegt, sorgt schließlich ein Wechselrichter dafür, dass der Gleich- zum Wechselstrom wird. Dieser kann gegen eine fixe Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist oder für den Eigengebrauch verwendet werden.

Vorteile von Solaranlagen

  • Der Einsatz von Solaranlagen reduziert die CO2-Emissionen und schont die Umwelt für die nachfolgenden Generationen.
  • Solaranlagen stellen den geeigneten Weg dar, Energie zu nutzen, die jeden Tag kostenlos zur Verfügung steht.
  • Stromgewinnung aus regenerativen Energien wird staatlich bezuschusst. Finanzielle Unterstützung kann beim Bau erwartet werden. Zudem wird der selbst produzierte und gegebenenfalls in das öffentliche Stromnetz eingespeiste Strom pro Kilowattstunde vergütet.
  • Solarwärme deckt einen des Energiebedarfs im Haus ab, sodass zusätzlich Geld gespart werden kann.

Photovoltaik oder Solarthermie?

Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Beide Systeme haben ihre Vorteile. Im Einzelfall hängt die passende Wahl von den Faktoren Standort, Ausrichtung und Neigung ab. Eine fachmännische Beratung ist daher vor der Entscheidung für eine Solaranlage in jedem Fall ratsam. Bei der Solarthermie-Anlage wird mit Hilfe der Sonne und der Umweltwärme eine Flüssigkeit in den Kollektoren aufgeheizt. Diese warme Trägerflüssigkeit fließt weiter zu einem Kessel, der das Wasser erhitzt. Die Anlage sorgt folglich für das warme Wasser im Haushalt. In den Sommermonaten arbeitet die Anlage so effektiv, dass die normale Heizung komplett ausgeschaltet werden kann. Neuerdings sind auch Solarthermieanlagen auf Basis eines Absorbers für Umwelt- und Sonnenwärme erhältlich. Diese Solarthermieanlagen lassen sich in Kombination mit Wärmepumpen und auch gekoppelt mit Erdwärme (Geothermie) für die Erzeugung von Heizwäme, Schwimmbadwasser oder Brauchwasser-Vorerwärmung betreiben sehr energieeffizient. Im Gegensatz zur Solarthermieanlage wird mit Photovoltaik Strom erzeugt. Die Sonnenstrahlen werden direkt in Gleichstrom umgewandelt, der wiederum von einem Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Der so gewonnene Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Voraussetzungen für eine Solaranlage

Nicht alle Dächer eignen sich für diese Technik. Besonders problematisch ist es, wenn das Dach einer hohen standortbedingten Verschattung ausgesetzt ist, also durch Bäume, Kamine, Gauben oder Nachbarhäuser vom Sonnenlicht abgeschnitten ist. Weniger problematisch ist zeitweilige Verschattung, etwa durch Laub oder Vogeldreck. Ob Probleme auftreten können, sollte man also unbedingt im Voraus klären. Bauliche Voraussetzungen sind:

  • Solaranlagen lassen sich besonders einfach auf Schrägdächern installieren. Dabei erfolgt die Montage parallel zur Dachfläche. Zu beachten ist allerdings, dass ein möglichst optimaler Neigungswinkel in Bezug auf die Sonneneinstrahlung erreicht wird.
  • Empfehlenswert ist ein Neigungswinkel zwischen 20 und 60 Grad (besonders bei Photovoltaik-Anlagen!), so dass die Sonneneinstrahlung möglichst häufig in einem Winkel von 90 Grad stattfindet.
  • Egal ob Garmisch-Partenkirchen oder Flensburg: die Intensität der Sonneneinstrahlung ist deutschlandweit ausreichend, um eine Solaranlage betreiben zu können. Dabei ist es grundsätzlich ratsam, die Solaranlage zwischen Südosten und Südwesten auszurichten.
  • Weiterhin ist eine möglichst geringe Verschattung der Anlage durch Bäume oder Kamine essentiell. Letzteres ist gerade bei solarthermischen Anlagen zu beachten. Auch eine Installation auf Dächern von Garagen, Carports oder Nebengebäuden ist oft eine Option.

 

Kombination der Solartechnik

Die verfügbaren Solartechniken lassen sich optimal mit anderen energiesparenden Systemen kombinieren.  Staatliche Förderungen helfen bei der Investition und beim Bau der Anlage. Gleichzeitig amortisiert sich der finanzielle Aufwand durch die geringen Kosten für Strom und Wassererzeugung. Eine gute Kombination gleicht die Defizite der Anlagen gegenseitig aus.

Dachintegrierte Anlagen für eine makellose Optik

Manche Hausbesitzer verzichten aus rein optischen Gründen auf eine Solaranlage. Meist sieht man zwar nur Anlagen, die sichtbar auf das Dach montiert sind, inzwischen bieten Hersteller jedoch auch Anlagen an, die in die Eindeckung selbst integriert sind. So lassen sich Optik und Nutzen optimal ergänzen, da keine zusätzlichen Gestelle mehr nötig sind, der Nutzen der Anlage jedoch gleich bleibt. Wichtig ist dabei, dass eine ausreichende Fläche für die Module bereitsteht und möglichst kein Schatten auf die Flächen fällt. Eine sorgfältige und rechtzeitige Planung unter der Leitung eines Fachbetriebs ist daher unersetzlich.
Eine weitere Variante sind einzelne Solardachziegel, die problemlos mit der restlichen Dacheindeckung harmonieren. Sie werden ähnlich den normalen Dachziegeln verlegt und bieten gleichen Wetterschutz für das Dach. Hinter einer transparenten Scheibe auf dem Ziegel befindet sich eine Solarzelle. Während der Installation sind alle Dachziegel als eine komplette Solaranlage zusammenzuschließen, weswegen die Installation grundsätzlich von Fachpersonal vorzunehmen ist. Im Vergleich zu richtigen Solaranlagen liegt die Leistung allerdings deutlich geringer.

Rechtliche Voraussetzungen

Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen können demnach im Allgemeinen ohne Baugenehmigung installiert werden. Das gilt für Solaranlagen, die in die Dachfläche integriert oder an der Fassade errichtet werden. Genehmigungspflicht besteht dagegen in einigen Bundesländern für Anlagen, die aus dem Baukörper hervorreichen. Auch einer Freiflächenanlage muss das Bauamt auf jeden Fall zustimmen. Weitere Einschränkungen können durch örtliche Bebauungspläne gegeben sein. Darin werden die Planungen einzelner Teilgebiete oder auch des gesamten Plangebietes konkret festgelegt – wie etwa die Höchstzahl der Wohnungen in Gebäuden, die Dachform, maximale Anzahl der Geschosse, die Bauweise und vieles mehr. Wer als Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus auf dem Dach eine Solaranlage errichten möchte, sollte allerdings vorab die Zustimmung aller anderen Hausbewohner einholen. Denn das Dach ist Teil des Gemeinschaftseigentums und kann somit nur im Konsens bebaut werden.

Finanzierung der Solaranlage

Die Integration einer Solaranlage in das Energiekonzept eines Hauses wird durch vielfältige Förderprogrammen unterstützt. Vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten bereit. Daneben existieren auf kommunaler oder Länderebene zahlreiche weitere Förderprogramme. Neben diesen öffentlichen Fonds sind aber auch privat- und finanzwirtschaftliche Unternehmen aktiv, die ihrerseits die umweltfreundliche und preiswerte Energiegewinnung unterstützen.


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