Schimmelpilze

Pilzforscher unterscheiden rund 10.000 Schimmelpilzarten, von denen aber nur etwa 100 in Wohnräumen vorgefunden werden. Einen "Wandschimmelpilz" gibt es nicht, vielmehr herrscht ein buntes Nebeneinander verschiedener Arten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Wände zuerst oberflächlich, später auch in die Tiefe gehend besiedeln. Kleine, zunächst punktförmige, später kreisrund anwachsende Verfärbungen - so genannte Stockflecken - sind einzelne Kolonien der Pilze, die aus einer einzigen Spore ausgekeimt sind. Wenn Tapeten oder Schränke solche Flecken oder gar pelzartige Überzüge aufweisen, dann drohen gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Bewohner: Der Pilz bildet giftige Substanzen, etwa die so genannten Aflatoxine. Diese Stoffe wirken jedoch nur dann auf den Menschen schädlich, wenn sie über verschimmelte Lebensmittel oder Einatmen von Teilen des Schimmelbelages in den Kreislauf gelangen. Des Weiteren kann der Pilz menschliches Gewebe als Nährstoffquelle benutzen und so Krankheiten auslösen. Anfällig für Erkrankungen durch Schimmelpilze sind besonders die Schleimhäute in Lunge, Nase und Mund. Sind die Atemwegsgewebe vorgeschädigt, kann es zu einer Auskeimung und damit zu asthmatischen Erkrankungen kommen. In schweren Fällen können Nerven- und Nierenfunktionsstörungen sowie Entzündungen der Herzinnenhäute auftreten. Und schließlich drohen allergische Reaktionen, also Überempfindlichkeiten des menschlichen Immunsystems, das den Organismus nicht mehr vor der Schädigung durch körperfremde Stoffe schützen kann.