Ratgeber Dacheindeckung

Materialien und Möglichkeiten

Bei der Wahl der richtigen Dacheindeckung gilt es einiges zu beachten: Nicht jeder Baustoff eignet sich für jede Dachform und passt gleichzeitig in das Bild der Nachbarschaft. Doch egal, ob Sattel-, Walm- oder Zeltdach, mit den beliebtesten Baustoffen der Deutschen – Dachstein, Dachziegel, Schiefer, und Zink –  findet sich für jedes Dach die passende Lösung, Gleichzeitig bieten die Materialien Schutz vor der Witterung und halten das Dach dicht. Das Niederschlagswasser muss schnell abfließen und darf weder in das Dach laufen noch sich unter dem Dach stauen. Für die individuelle Dacheindeckung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Welche Dachbaustoffe benötige ich?

Zu den Dachbaustoffen zählen sämtliche Baumaterialien, die bei der Eindeckung zum Einsatz kommen. Ohne Dachbalken, Lattung oder Unterbahnen ist das Dachdecken mit Dachsteinen,   Dachziegeln, Zink oder Schiefer in der Regel nicht möglich.

Welche Dachziegel gibt es?

Ein millionenfach bewährter Klassiker auf deutschen Dächern sind Dachpfannen in unterschiedlichen Ausführungen, zeitlos schöne Modelle von beständigem Wert. Eines der wertvollsten Bedachungsmaterialien ist Schiefer, der nicht nur eleganten Villen eine besondere Note verleiht. Mit dem Naturstein aus der Erde lassen sich selbst die schwierigsten Dachformen elegant realisieren. Immer häufiger findet man auch moderne Baumaterialien wie Titanzink auf deutschen Dächern. Diese zeichnen sich neben einer reizvollen Optik –  bedingt durch die typisch blaugraue Patina – auch durch eine große Vielseitigkeit aus.

Was versteht man unter Dachsteinen?

Dachsteine sind seit Jahrzehnten eine bestimmende Dacheindeckung in Deutschland. Neben dem zuverlässigen Schutz vor Umwelteinflüssen jeglicher Art bestechen sie besonders durch ihre ökologische Herstellungsweise: Grundlage der Dachstein- und Dachziegelproduktion sind Rohstoffe, die überwiegend und ausreichend in der Natur vorkommen.

Lohnt sich ein Dach aus Schiefer?

Das 400 Millionen Jahre alte Sedimentgestein Schiefer gilt als einer der beliebtesten Dachbaustoffe. Und das aus gutem Grund: Als reiner Naturstein fördert Schiefer ein gutes Wohnklima, erfüllt alle Anforderungen an eine wohngesunde Eindeckung mit Bravour und zeichnet sich durch seine besonders lange Haltbarkeit aus. Zudem ist der beständige Baustoff eine wahrer Experte, wenn es darum geht, individuelle, ausgefallene bzw. schwierig zu realisierende Eindeckungen zu verwirklichen.

Wo kommt Zink beim Eindecken zum Einsatz?

Zink ist eine Legierung aus natürlichen, gesundheitlich unbedenklichen Materialien und nahezu zu 100 Prozent recycelbar. Das Material wird besonders oft auf Dächern und an Fassaden eingesetzt, wobei zusätzliche  Architekturdetails möglich sind. Zudem wird Titanzink zur Herstellung passgenauer Dachentwässerungssysteme und dachintegrierter Solaranlagen verwendet.

Die einzelnen Arbeitsschritte der Dacheindeckung

Ein Dach kann in unterschiedlicher Konstruktionsweise zimmermannsmäßig ausgeführt werden. Das heißt, man errichtet den Dachstuhl Balken für Balken und Sparren für Sparren vor Ort.

Das hölzerne Sparrendach besteht aus mehreren hintereinander in Firstrichtung gestaffelten Paaren aus Sparren. Diese Sparrenpaare bilden zusammen mit einer Konstruktion am Fußpunkt der Sparren einen Dreieckrahmen. Die komplette statische Last leitet diese Konstruktion auf die Außenwände weiter. Ein Sparrendach ist leicht zu errichten und der komplette Innenbereich des Dachs kann genutzt werden. Allerdings gibt es eine statische Begrenzung bei der Belastbarkeit. Sind die Gebäude mehr als acht Meter tief, lässt sich diese Konstruktion nur schwer umsetzen.

Beim Pfettendach wird das statische Gerüst durch waagerechte Pfetten gestellt. Auf diesen liegen später die Sparren auf. Dabei tragen die Pfetten die komplette Last, sodass sich die Sparren nicht direkt gegenüberliegen müssen. Die Pfetten müssen durch Stiele abgestützt werden, die auf dem Boden aufliegen. Die Last der Sparren und des Dachs überträgt sich mit dieser Konstruktion nicht nur auf die Außenwände, sondern gleichzeitig auf die Zwischendecke zum darunter liegenden Geschoss. Dadurch lassen sich bei diesem System Dachgauben einfach einbringen.

 

Was ist das richtige Material für die Dacheindeckung?

Das ausgewählte Material der Eindeckung bestimmt später über das Erscheinungsbild des Daches, Qualität und Anfälligkeit gegenüber äußeren Einflüssen. Gleichzeitig ist der Kostenfaktor fest mit der Materialauswahl verbunden. Bewährt haben sich vor allem Tonziegel, Dachsteine, Schiefer und Zink. Sie sind allesamt robust und dank ihrer besonderen Oberflächen äußerst widerstandsfähig gegenüber äußeren Umwelteinflüssen.

Aktueller Trend: moderne Dacheindeckung aus Metall

Manche Dachstühle sind so konstruiert, dass sie neben dem Eigengewicht nur eine sehr leichte Eindeckung vertragen. Darum setzen Bauherren und Planer auf Werkstoffe wie Zink. Der Baustoff verfügt über bemerkenswerte technische Eigenschaften: Er lässt sich leicht formen, ist hervorragend zu verarbeiten und hat eine  extrem lange Lebensdauer. Zudem ist Zink nicht brennbar, hält Elektrosmog fern und leitet Blitzstrom ab. Diese positiven Materialeigenschaften und der hohe Korrosionswiderstand einer sich natürlich bildenden Patina sorgen dafür, dass fachmännisch verarbeitete Zink-Produkte ihre Vorteile über eine Nutzungsdauer von Generationen bewahren.

 

Traditionelle Dacheindeckung mit Schiefer

400 Millionen Jahre brauchte Schiefer für seine Entstehung. Heute glänzt der Sedimentstein als Dachbaustoff besonders durch seinen Abwechslungsreichtum. Optisch überzeugt er durch seinen seidigen Schimmer, der sich je nach Sonneneinstrahlung verändert. In funktionaler Hinsicht können mit Schiefer die anspruchsvollsten Dachformen eingedeckt werden, da für jede Dachform die ideale Deckart zur Verfügung steht. Nach Meinung von Experten bringt der schillernde Naturstein einen weiteren Vorteil mich sich: Ein Schieferdach ist extrem witterungsbeständig und prägt das Erscheinungsbild eines Hauses über Generationen.

Energieeffizient: Dacheindeckung mit Photovoltaik oder Solarthermie verbinden

Mit einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich kostenlos Strom und Wärme gewinnen. Das schont sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt.  Sobald man über eine Solaranlage nachdenkt, wird man vor die Entscheidung gestellt: Photovoltaik oder Solarthermie? Photovoltaik – kurz PV – bedeutet die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom. Herzstück einer jeden PV-Anlage sind Solarmodule, die wiederum aus mehreren Solarzellen bestehen. Treffen Sonnenstrahlen auf die Module, wird zunächst Gleichstrom produziert, der über Leitungen zu einem Wechselrichter gelangt und dort in Wechselstrom umgewandelt wird. Danach ist der Solarstrom einsatzbereit und kann ins öffentliche Netz eingespeist werden – für eine momentan noch relativ hohe Vergütung, die vom Staat pro Kilowattstunde bezahlt wird.

Die zweite Technik ist die Solarthermie: Eine solche Anlage besteht aus Kollektoren, die mit einer Trägerflüssigkeit gefüllt sind. Von der Sonne erhitzt, transportiert diese die gewonnene Wärme zu einem Speicherkessel, der ganzjährig das Warmwasser fürs Duschen, Kochen oder Abspülen bereitstellt. Herrscht Überschuss, kann das Wasser zum Heizen verwendet werden. So deckt die Anlage von April bis September den Gesamtbedarf an Warmwasser und Heizung. Entscheidend für eine optimale Ausnutzung sind die richtige Ausrichtung und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kollektorfläche und Kesselvolumen. Clevere Hausbesitzer kombinieren beide Techniken: Während die staatlichen Fördergelder bei der Finanzierung der Anlagen helfen, amortisiert die eigene Strom- und Warmwassererzeugung die Kosten für künftige Energieausgaben. Außerdem gleicht sich auf diese Weise das Defizit aus, das PV-Anlagen nachts oder bei schlechtem Wetter verursachen. Für potenzielle Nutzer, die bisher allein aus optischen Gründen auf eine Solaranlage verzichtet haben, gibt es ebenfalls eine gute Möglichkeit: Inzwischen gibt es dachintegrierte Anlagen, die nach außen fast unsichtbar sind und das Gesamtbild des Daches nicht beeinträchtigen.

Zusätzliche Ausstattung für das Dach

Ein komplett gedecktes Dach besteht nicht nur aus den einzelnen Eindeckungsmaterialien. Hier gibt es deutlich mehr Ausstattung, die in die Kalkulation für das neue Dach mit einbezogen werden muss. Beispielsweise benötigt der Schornsteinfeger ein sicheres Trittsystem vom Dachausstieg bis hin zur Esse. Gesetzlich verpflichtend sind Rundhölzer oder Schneeschutzgitter etwa für Hausbesitzer, deren Wohnsitz in schneereichen Gebieten liegt, und bei einer Dachneigung über 45 Grad. Könnten Dachlawinen den Verkehr beeinträchtigen oder auf allgemein zugänglichen Wegen oder Gebäudeeingängen abgehen, sind Schneeschutzsysteme ebenso Pflicht. Sollten Hausbesitzer diese vernachlässigen, können sie sogar unmittelbar zur Rechenschaft gezogen werden. Dachdurchgänge werden beispielsweise bei der Entlüftungsanlage von Bädern benötigt. Außerdem kann ein Taubenschutz direkt auf dem Dach installiert werden. Kleine Stäbe verhindern hier, dass sich Tauben auf dem Dach absetzen und ihren Dreck hinterlassen. Das wohl bekannteste Zubehör an der Dacheindeckung ist die Regenrinne, die unverzichtbar für eine funktionsfähige Dachentwässerung ist.

Bildquelle Hauptmotiv: Rathscheck Schiefer