Ratgeber Dacheindeckung

Dachwissen kompakt für Sanierer und Neubauherren

Bei der Wahl der Dacheindeckung trifft man als Eigentümer eine weitreichende Entscheidung: Der Baustoff soll gut zur Dachform und gleichzeitig in das Bild der Nachbarschaft passen. Und den Bewohnern natürlich über viele Jahrzehnte gefallen. Doch egal, ob Sattel-, Walm- oder Zeltdach, mit den beliebtesten Baustoffen der Deutschen – Dachstein, Dachziegel, Schiefer, und Zink – findet sich für jedes Dach die passende Lösung.

Welche Dachbaustoffe kommen aufs Haus?

Ein Dach ist im Endergebnis immer ein Material-Mix. Denn zu den Dachbaustoffen zählen sämtliche Baumaterialien, die bei der Eindeckung zum Einsatz kommen. Denn erst durch Dachbalken, Lattung und Unterbahnen wird das Dachdecken mit Dachsteinen, Dachziegeln, Zink oder Schiefer möglich. Dazu kommen noch die Materialien fürs Entwässerungssystem.

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Themenseite Dachbaustoffe
Themenseite Dachentwässerung

Dachziegel und Dachsteine – zwei beliebte Klassiker

Millionenfach bewährt auf deutschen Dächern sind Tonziegel in unterschiedlichen Ausführungen. Die Bandbreite reicht vom traditionellen Biberschwanz bis hin zu hocheleganten, völlig planen Ausführungen. Beliebt sind auch Dachsteine; diese werden aus Beton gefertigt und gelten als besonders belastbar. Sowohl Ziegel als auch Dachsteine sind in zahlreichen Farben lieferbar, mit Sicherheit auch im individuellen Wunschton.

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Themenseite Dachsteine
Themenseite Dachziegel

Schiefer schafft Werte 

Das 400 Millionen Jahre alte Sedimentgestein Schiefer gilt als einer der beliebtesten Dachbaustoffe. Und das aus gutem Grund: Als reiner Naturstein verleiht Schiefer dem Dach eine hochsolide Ausstrahlung. Er zeichnet sich zudem durch besonders lange Haltbarkeit aus. Zudem ist Schiefervariabel bearbeitbar und deshalb eine exzellente Wahl, wenn es darum geht, individuelle, ausgefallene oder bautechnisch anspruchsvolle Eindeckungen zu verwirklichen.

Mehr Informationen: Themenseite Schiefer

Zink passt auf und an das Dach

Zink wird bei der Eindeckung in Form von Titanzink eingesetzt. Das ist eine Legierung aus Zink (über 99%) mit minimalen Anteilen von Kupfer und Titan. Das Material wird sowohl auf Dächern als auch an Fassaden verwendet. Es eignet sich außerdem besonders gut, um zusätzliche Architekturdetails zu realisieren, beispielsweise die Einkleidung von Gauben. Auch Dachentwässerungssysteme und dachintegrierte Solaranlagen werden aus Titanzink gefertigt.

Der Baustoff verfügt über bemerkenswerte technische Eigenschaften: Er lässt sich leicht formen, ist hervorragend zu verarbeiten und hat eine extrem lange Lebensdauer. Zudem ist Zink nicht brennbar, hält Elektrosmog fern und leitet Blitzstrom ab. Diese positiven Materialeigenschaften und der hohe Korrosionswiderstand einer sich natürlich bildenden Patina sorgen dafür, dass fachmännisch verarbeitete Zink-Produkte ihre Vorteile über eine Nutzungsdauer von Generationen bewahren.

Mehr Informationen: Themenseite Zink

Wie wird ein Dach gedeckt?

Die Dacheindeckung besteht nicht nur aus den gewählten Dachbaustoffen, auch Dachanschlüsse, Dachentwässerungssysteme und Accessoires gehören dazu.

Ein Dach kann in unterschiedlicher Konstruktionsweise zimmermannsmäßig ausgeführt werden. Das heißt, man errichtet den Dachstuhl Balken für Balken und Sparren für Sparren vor Ort. 

  • Aufbau der Unterkonstruktion, Holzverschalung und Traglattung
  • Anschluss von Regenrinnen und Dachentwässerung
  • Konstruktion der Dachhaut: Dämmung, Abdichtung, Eindeckung

Das hölzerne Sparrendach besteht aus mehreren hintereinander in Firstrichtung gestaffelten Paaren aus Sparren. Diese Sparrenpaare bilden zusammen mit einer Konstruktion am Fußpunkt der Sparren einen Dreieckrahmen. Die komplette statische Last leitet diese Konstruktion auf die Außenwände weiter. Ein Sparrendach ist leicht zu errichten und der komplette Innenbereich des Dachs kann genutzt werden. Allerdings gibt es eine statische Begrenzung bei der Belastbarkeit. Sind die Gebäude mehr als acht Meter tief, lässt sich diese Konstruktion nur schwer umsetzen.

Beim Pfettendach wird das statische Gerüst durch waagerechte Pfetten bereitgestellt. Auf diesen liegen später die Sparren auf. Dabei tragen die Pfetten die komplette Last, sodass sich die Sparren nicht direkt gegenüberliegen müssen. Die Pfetten müssen durch Stiele abgestützt werden, die auf dem Boden aufliegen. Die Last der Sparren und des Dachs überträgt sich mit dieser Konstruktion nicht nur auf die Außenwände, sondern gleichzeitig auf die Zwischendecke zum darunter liegenden Geschoss. Dadurch lassen sich bei diesem System Dachgauben einfach einbringen.

Mehr Informationen: Themenseite Gauben

Von der Sonne profitieren – Photovoltaik und Solarthermie

Mit einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich kostenlos Strom und Wärme gewinnen. Das schont sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt. Sobald man über eine Solaranlage nachdenkt, wird man vor die Entscheidung gestellt: Photovoltaik oder Solarthermie? Photovoltaik – kurz PV – bedeutet die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom. Herzstück einer jeden PV-Anlage sind Solarmodule, die wiederum aus mehreren Solarzellen bestehen. Treffen Sonnenstrahlen auf die Module, wird zunächst Gleichstrom produziert, der über Leitungen zu einem Wechselrichter gelangt und dort in Wechselstrom umgewandelt wird. Danach ist der Solarstrom einsatzbereit und kann ins öffentliche Netz eingespeist werden – für eine momentan noch relativ hohe Vergütung, die vom Staat pro Kilowattstunde bezahlt wird.

Die zweite Technik ist die Solarthermie: Eine solche Anlage besteht aus Kollektoren, die mit einer Trägerflüssigkeit gefüllt sind. Von der Sonne erhitzt, transportiert diese die gewonnene Wärme zu einem Speicherkessel, der ganzjährig das Warmwasser fürs Duschen, Kochen oder Abspülen bereitstellt. Herrscht Überschuss, kann das Wasser zum Heizen verwendet werden. So deckt die Anlage von April bis September den Gesamtbedarf an Warmwasser und Heizung. Entscheidend für eine optimale Ausnutzung sind die richtige Ausrichtung und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kollektorfläche und Kesselvolumen.

Clevere Hausbesitzer kombinieren beide Techniken: Während die staatlichen Fördergelder bei der Finanzierung der Anlagen helfen, amortisiert die eigene Strom- und Warmwassererzeugung die Kosten für künftige Energieausgaben. Außerdem gleicht sich auf diese Weise das Defizit aus, das PV-Anlagen nachts oder bei schlechtem Wetter verursachen. Für potenzielle Nutzer, die bisher allein aus optischen Gründen auf eine Solaranlage verzichtet haben, gibt es ebenfalls eine gute Möglichkeit: Inzwischen gibt es dachintegrierte Anlagen, die nach außen fast unsichtbar sind und das Gesamtbild des Daches nicht beeinträchtigen.

Mehr Informationen: Ratgeber Solartechnik

Extras fürs Dach sind oft Pflicht

Ein komplett gedecktes Dach besteht nicht nur aus den einzelnen Eindeckungsmaterialien. Hier gibt es deutlich mehr Ausstattung, die in die Kalkulation für das neue Dach mit einbezogen werden muss. Beispielsweise benötigt der Schornsteinfeger ein sicheres Trittsystem vom Dachausstieg bis hin zur Esse. Gesetzlich verpflichtend sind Rundhölzer oder Schneeschutzgitter etwa für Hausbesitzer, deren Wohnsitz in schneereichen Gebieten liegt, und bei einer Dachneigung über 45 Grad. Könnten Dachlawinen den Verkehr beeinträchtigen oder auf allgemein zugänglichen Wegen oder Gebäudeeingängen abgehen, sind Schneeschutzsysteme ebenso Pflicht. Sollten Hausbesitzer diese vernachlässigen, können sie sogar unmittelbar zur Rechenschaft gezogen werden. Dachdurchgänge werden beispielsweise bei der Entlüftungsanlage von Bädern benötigt.

Außerdem kann ein Taubenschutz direkt auf dem Dach installiert werden. Kleine Stäbe verhindern hier, dass sich Tauben auf dem Dach absetzen und ihren Dreck hinterlassen. Das wohl bekannteste Zubehör an der Dacheindeckung ist die Regenrinne, die unverzichtbar für eine funktionsfähige Dachentwässerung ist.

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