Schöner Wohnen in der Scheune

Die Gemeinde Gilserberg liegt, eingebettet in die herrliche Mittelgebirgslandschaft des Gilserberger Hochlandes am Fuße des Kellerwaldes. Der Ort Appenhain zählt heute 70 Einwohner. Appenhain wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1196 erwähnt. In der über 800-jährigen Geschichte spielte die Landwirtschaft eine entscheidende Rolle.

Nebenerwerbslandwirt Klaus Trümner hatte das Glück, in diesem malerischen Gebiet aufzuwachsen. Zwar verließ er Appenhain für sein Studium und reiste im Anschluss noch durch die Welt, doch es gefiel ihm in Gilserberg und Umgebung am besten. In den Neunzigern kehrte er in seinen Heimatdorf zurück. Sein 1914 erbautes Elternhaus sollte das neue Heim für ihn und seine Frau, Petra Schmidt, werden. Das Ehepaar hatte allerdings höhere Pläne. Die Wohnfläche des Hauses sollte auf über 160 Quadratmeter ausgeweitet werden. Im Herbst 1994 wurde mit der Dachdeckung begonnen.

Umfangreiche ökologische Umbau- und Modernisierungsaktion

Die ursprünglichen Dachpfannen wurden einzeln abgenommen und mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Auf neue Ziegel wurde verzichtet, da die Originale eine sehr hohe Qualität hatten. Das war jedoch nur der Anfang einer umfangreichen Umbau- und Modernisierungsaktion. Der alte "Fruchtboden" sollte zu neuem Wohnraum umgebaut werden. Trennende Wände gab es nicht, so dass die Bauherren großzügige Räume mit viel Offenheit und Licht schaffen konnten. Mit großem Engagement und akribischer Suche nach neuen Details, haben Sie Modernes neu eingefügt und den Charme des Alten erhalten. Fast alle Arbeiten wurden in Eigenleistung erbracht. Viele Freunde und Familienmitglieder halfen, so dass der Hausumbau zum 6-monatigen Happening wurde. Der ökologische Grundsatz von Petra Schmidt und Klaus Trümner zieht sich wie ein roter Faden durch die Neugestaltung des Fachwerkhauses: Ein Brunnen wurde reaktiviert, Sonnenkollektoren und eine Brauchwasseranlage wurden eingebaut.

Holz als natürlicher Baustoff

Besonders bei der Materialauswahl wurde auf Natürlichkeit gesetzt. Die Naturholzdielen sind ökologisch geprüft und unterstreichen den lebendigen Charakter im modernen Ambiente. Die sichtbaren Balken verstärken diesen ländlich, rustikalen Eindruck und konservieren die besondere Wohnatmosphäre. Eine befreundete Architektin machte Vorschläge, doch die innovativen Ideen und die kompletten Baumaßnahmen wurden von den Hausbesitzern erbracht.

Gläsernes Gepräge

Einer ganz zufälligen Entdeckung verdanken Petra Schmidt und Klaus Trümner die außergewöhnliche Gaubenart ihres Hauses. Auf ihrer Open-Air-Hochzeitsfeier in der Nähe ihres Heimatortes sahen sie von weitem ein Haus mit eben dieser Kategorie von Dachfenstern.

Einige Tage später fassten sie sich ein Herz und klingelten einfach bei den Bewohnern dieses Hauses, um sich über die beachtlichen Giebelfenster zu informieren. Damit begann eine Odyssee von Glaser zu Zimmermann. Niemand wollte für die Dichtheit einer solchen Konstruktion garantieren. Doch entgegen aller Warnungen und Befürchtungen sind die Schrägfenster überhaupt nicht feucht, sondern eine architektonische Augenweide.