Dachsanierung

Was bedeutet die EnEV für Dachausbau und Sanierung?

Sobald eine Sanierung geplant ist oder ein Neubau realisiert wird, kommt unausweichlich das Gebäudeenergiegesetz, Abkürzung GEG, ins Spiel – und das, was es für Hausbesitzer bedeutet: die rechtlich bindende Verpflichtung zu energiesparenden Maßnahmen.

Das Gebäudeenergiegesetz löste 2021 zwei Vorgängergesetze ab, nämlich die EnEV (Energieeinsparverordnung) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Es legt die Kriterien fest, denen sanierte Bestandsimmobilien und Neubauten energetisch Rechnung tragen müssen.

Hier die wichtigsten Informationen in der Übersicht:

1. Welche GEG-Vorschriften sind wann für die Dachsanierung wichtig?

Eine allgemeine Sanierungs- oder Dämmpflicht besteht offiziell nicht. Die GEG-Vorschriften sind aber einzuhalten, sobald im Zuge einer Sanierung die sogenannte Bagatellgrenze überschritten und mehr als 10% des Daches oder der Fassade erneuert werden – das heißt in den allermeisten Fällen automatisch. Dann gibt das GEG Mindeststandards vor. Dies gilt auch, wenn beispielsweise nur eine Dachdeckung ausgetauscht wird. Es handelt sich also um Bestimmungen, die an eine Bedingung gebunden sind: Wird das Haus saniert, greift die Vorgabe. GEG-frei ist bei älteren Objekten eigentlich nur der Außenanstrich, solange keine Erneuerung des Putzes stattfindet.

Für Altbauten gilt bei Dachausbauten und Sanierungen also:

  • Das Dach oder zumindest die oberste Geschossdecke müssen gedämmt werden. Dabei sind die im GEG festgelegten Referenzwerte zu erreichen.
  • Beim Austausch von Bauteilen, z. B. Dachfenstern, müssen die neuen Teile den Referenzwerten entsprechen.
  • Diese Regelungen gelten, wenn ein vorhandenes, schon selbst bewohntes oder beispielsweise geerbtes Haus saniert oder ein Bestandsbau gekauft wird. Beim Erwerb einer Altimmobilie muss innerhalb von zwei Jahren eine energetische Sanierung erfolgen, wenn das Gebäude unter den Grenzwerten liegt.

2. Wie wird man den GEG-Vorschriften bei der Sanierung gerecht?

Bei der Dachsanierung wird ein verbesserter Energiestandard vor allem durch effiziente Dämmung erreicht. Durch sie muss die Norm nach DIN 4108-2 für den maximalen Wärmedurchgangs-Koeffizienten erfüllt werden. Dieser wird auch als U-Wert bezeichnet und ist von Sachverständigen bzw. dem ausführenden Fachbetrieb zu dokumentieren – auch dann, wenn die Modernisierung als solche nicht genehmigungspflichtig ist.

Empfehlung: Es sollten nicht nur die aktuell gerade noch erlaubten Grenzwerte angepeilt, sondern wenn möglich bessere erreicht werden. Das spart mehr Heizkosten und macht das Gebäude zukunftssicher.

3. Beispiele für U-Werte bei der Dachsanierung:

BauteilU-WertMaßnahme (Option)
Steildach0,24Dämmung bis zu 16cm Stärke
Oberste Geschossdecke     0,24           Dämmung bis zu 18cm Stärke
Flachdach0,0Dämmung bis zu 20cm Stärke
Dachfenster1,4Thermo- oder Energieverglasung

4. Was soll mit dem GEG erreicht werden?

Das Gebäudeenergiegesetz soll als verbindliche staatliche Vorgabe Immobilienbesitzer dazu veranlassen, ihre Gebäude umweltfreundlicher und damit energieeffizienter zu machen – in erster Linie durch geeignete Dämmmaßnahmen.

Hintergrund: Unzureichend oder gar nicht gedämmte Gebäude verlieren viel Heizenergie, insbesondere durchs Dach. Durch eine vollständige und moderne Dämmung lassen sich je nach Baujahr und -substanz des Gebäudes bis zu 75% an Heizkosten einsparen. Und das summiert sich, da etwa 40% des Energieverbrauchs und ca. 30% der CO2-Emissionen in Deutschland auf Gebäude entfallen. Somit zielt das GEG mit seinen definierten Wärmedämmstandards in zwei Richtungen: Einerseits auf eine geringere Abhängigkeit von Energieimporten, andererseits auf die Erreichung von Klimazielen.

5. Gibt es Förderungen für die Dachsanierung und den Ausbau des Daches?

Der Staat stellt beträchtliche Mittel bereit, um die Dachsanierung für Hausbesitzer attraktiv zu machen. Sanierer haben deshalb beispielsweise einen Anspruch auf Fördermittel nach der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) aus diversen Programmen.

Noch Fragen? Nähere Infos zum Thema „Dachsanierung und Finanzierung“ gibt es hier kostenlosen Download.

Bildquelle: Sven Böttcher / AdobeStock (Haupt,otiv), brizmaker / AdobeStock

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