So baut Deutschland

Trends 2022 beim Bauen und Sanieren

Wie bauen die Deutschen, wie modernisieren sie ihr Haus, welche Trends sind gerade im Kommen und werden auch die Bautätigkeit in 2022 prägen? Wir haben uns umgehört, unter anderem bei Institutionen, die es wissen müssen – nämlich Bauträgern und Bausparkassen.

Dach-Trend: Satteldach vorne, Pultdach stärker gefragt

Nach wie vor meistgebauter Spitzenreiter unter den Dachformen ist das Steildach, am häufigsten in der klassischen Satteldachform. Die ist aber im Wandel begriffen: Es zeichnet sich ein Trend zu geringerer Neigung und höherem Kniestock ab, was das Gebäude als Ganzes – da flacher wirkend – optisch mehr in Richtung Architektenhaus einordnet.

Steigender Bauherren-Popularität erfreuen sich auch die flach geneigten Pultdächer. Grund dafür ist unter anderem, dass sie seit einiger Zeit auch mit einer speziell für niedrige Regeldachneigungen geeigneten Ziegeleindeckung versehen werden können. Das sorgt für einen mediterranen Look, gibt ausreichend Windschutz und vereinfacht die Dachentwässerung.

DHH beliebter denn je

Eine Doppelhaushälfte bietet in Zeiten knapperen Baugrunds und steigender Grundstückspreise einen entscheidenden Pluspunkt gegenüber einem freistehenden Einzelgebäude: Die seitliche Abstandsfläche zu einem Nebenanwesen fällt weg, und damit stehen viele sonst nur als Garten oder für Garagen nutzbare Quadratmeter für Wohnbau zur Verfügung. Bei gespiegelten Grundrissen halbieren sich auch die Planungskosten. Wo eine DHH hinpasst, wird also auch immer öfter eine gebaut – weil es sich rechnet.

Boom zum Arbeitszimmer

Das Jahr 2021 verbrachte ein Großteil der Arbeitnehmer wegen der Pandemie im Home Office. Dabei entdeckten sowohl die Beschäftigten als auch viele Arbeitgeber, dass diese Lösung generell Vorteile mit sich bringt. Weniger Zeitverlust auf dem Weg von und zur Betriebsstätte, flexiblere Zeiteinteilung und einiges an Effizienzgewinn mehr. Die Immobilienabteilungen großer Konzerne arbeiten Quellen zufolge schon seit Monaten intensiv an dem, was sie „Abmietungen“ nennen. Das bedeutet nichts anderes das sukzessive Abstoßen von Büroflächen.

Es ist also zu erwarten, dass sich auch in „normalen“ Zeiten die Arbeit zuhause als feste Größe eines Beschäftigungsverhältnisses etablieren wird. Dafür braucht es im Einfamilienhaus aber passende Räumlichkeiten. Wo bisher improvisiert wurde, wird deshalb jetzt geplant. Noch nie zuvor wurden beispielsweise so viele Sanierungen angegangen, bei denen ein Arbeitsraum unter dem Dach entstehen sollte, wie in 2021.

Megatrend: Nachhaltiges Bauen

Ökologie zählt, ob beim Fertig- oder beim Individualhaus: Die Verwendung umweltverträglicher Materialien und ein verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen ist immer mehr Deutschen beim Hausbau ein Anliegen. Sie wünschen sich eine gesunde Wohnumgebung, sehen aber auch Klimaschutz als gleichwertig wichtig an. Das gilt für Neubauten wie bei Sanierungen von Bestandsgebäuden. Heizenergiefressende Häuser gelten definitiv als „Out“. Das Nachhaltigkeitsziel schließt dabei eine langfristige Reduzierung der laufenden CO2-Emissionen eines Gebäudes ein – man denkt an die nächste Generation. Kleinere Bausparkredite, die nicht ins Grundbuch eingetragen werden müssen, fließen beim Bestandsbau deshalb bevorzugt in energetische Modernisierungen.

Beliebte Extras

Wohnlichkeit und Offenheit gehen in vielen Häusern jetzt als Werte Hand in Hand. So findet sich in immer mehr Häusern ein Kamin; nicht nur in Neubauten, sondern auch als nachgerüstete Version. Ebenso auf der Trendliste stehen zum Ess- oder Wohnraum hin offene Küchen, die das Kochen als gemeinsames Erlebnis mit in den Alltag integrieren und zudem Räume deutlich großzügiger wirken lassen.

Bildquellen: Wienerberger (Hauptmotiv), Rheinzink, Rathscheck Schiefer, Velux Deutschland

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