Ausbau und Sanierung

Probleme bei der Dachsanierung – was ist wirklich zu erwarten?

Viele Hausbesitzer zögern, eine Dachsanierung in Angriff zu nehmen. Dabei ist der Sinn einer Modernisierung unbestritten. Doch jede Befürchtung verdient es, ernst genommen und näher beleuchtet zu werden: Kann man das Haus während der Sanierung überhaupt bewohnen? Welche Nebenwirkungen kann eine Sanierung haben, z. B. Schimmelbildung? Ist das alles nicht viel zu teuer? Wir haben die häufigsten Vorbehalte zur Dachsanierung gesammelt, gewichtet und den Fakten gegenübergestellt.

1. Bildet sich unter einem gedämmten Dach leichter Schimmel?

Häufig gehen Hausbesitzer davon aus, das Haus könne nach einer Dämmungsmaßnahme nicht mehr „atmen“ und sei deshalb anfälliger für gefährliche Schimmelbildung. Jedoch: Weder Wände noch Dächer atmen jemals, mit und ohne Dämmung. Wichtig ist nur, dass eine ausreichende Be- bzw. Hinterlüftung gewährleistet ist, die diffundierende Wohn- und Baufeuchte abtransportiert. Das verhindert die Bildung von Kondenswasser, und so hat auch Schimmel keine Chance. Für Fassaden und Dächer gilt hinsichtlich einer neuen verstärkten Dämmung das Gleiche: Schimmel bildet sich nur dann, wenn die Arbeiten äußerst unfachmännisch ausgeführt sind. Bei qualifizierter Planung und sorgfältiger Ausführung besteht diese Gefahr nicht, ebenso wenig wie die and   erer Bauschäden.

2. Kann man während der Dachsanierung überhaupt im Haus wohnen bleiben

Es gibt keine Verpflichtung, das Haus in einem Schwung zu sanieren, auch das Dach nicht. Jede Maßnahme kann einzeln geplant werden, zum Beispiel die Dachisolierung, der Innenausbau und der Fenstertausch. Wenn es sich nicht gerade um einen Komplettumbau des Hauses handelt, sondern eine energetische Modernisierung, braucht sich die Familie keinesfalls ein Ausweichquartier zu suchen. Die Montage einer Dämmung, wie z. B. einer häufig gewählten Zwischensparrendämmung, erfolgt von innen und betrifft die übrigen Wohnräume nicht. Selbst bei einer Neueindeckung des Hauses bleibt dieses bewohnbar.

3. Kostet eine Dachsanierung unter Umständen mehr, als sie bringt?

Den Kosten einer Dachsanierung steht eine beträchtliche Einsparung an Heizkosten gegenüber. Dass sich diese Maßnahme also auszahlt, ist unbestritten. Wann die Amortisation erreicht ist, hängt von der erzielten Energieeffizienz ab – im Durchschnitt läuft die Investition nach spätestens 10 bis 15 Jahren ins Plus. Was ebenfalls eingerechnet werden muss, ist die Wertsteigerung des Hauses, die durch gute energetische Eigenschaften und den zusätzlichen Wohnraum erzielt wird. Zudem gibt es staatliche finanzielle Unterstützung durch Förderprogramme – derzeit hat die Sanierung von Altbauten dabei sogar Top-Priorität.

4. Verschlechtern neue Dachfenster das Raumklima?

Moderne Dachfenster mit einer Zwei- oder Dreifachverglasung sorgen für niedrigen Wärmeverlust und wirken gegen Aufheizung. Als Nebeneffekt können sie tatsächlich in geringem Umfang den Luftaustausch mindern. Das liegt allerdings nicht an der isolierenden Wirkung der Fensterflächen, sondern an der höheren Dichtheit gegenüber alten Modellen. Kurz – neue Fenster reduzieren in geschlossenem Zustand die Zugluft und damit den eigentlich unerwünschten Luftwechsel durch Infiltration, der im Winter auch die Heizkosten hochtreibt. Regelmäßiges gezieltes Lüften sorgt für ein weitaus besseres und gesünderes Raumklima.

5. Unklarheit: Bringt die Dachsanierung tatsächlich etwas für die Klimaziele?

Immer noch sind lediglich 15% der 19,1 Millionen Wohngebäude in Deutschland nach dem neuesten Stand der Technik gedämmt. Das zeigt deutlich, wie gewaltig das Einsparpotential ist. Jede energetische Sanierung leistet einen Beitrag dazu, Emissionen zu verringern und die Ressourcen zu schonen, ist also wertvoll für das Gesamtergebnis. Und das Beste ist: Die individuelle Energieeinsparung, die durch eine Dachsanierung erreicht wird, lässt sich abhängig von den Maßnahmen sogar sehr genau berechnen und dokumentieren. Was man für die Umwelt tut, hat man dann schwarz auf weiß.

Bildquelle: Gerhard Seybert, Adobe Stock

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