Hitzeschutz im Dachgeschoss

So wird es unterm Dach nicht zu heiß

Solarstrom selbst zu erzeugen ist doppelt attraktiv: Zum einen leistet eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach einen Beitrag zum Klimaschutz. Zum anderen sind auch die finanziellen Vorteile in Zeiten steigender Energiepreise interessant. Viele Besitzer von Bestandsimmobilien erwägen deshalb die Nachrüstung einer Photovoltaikanlage zur Solarstromgewinnung und -speicherung. Wir haben die Kosten einer Photovoltaikanlage und ihrer Komponenten zusammengestellt und auch einen Experten zur Rentabilität befragt.

Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die meistgewählte Variante eine PV-Anlage mit etwa 4 bis 5 Kilowatt Spitzenleistung (kWp = Kilowattpeak) unter Standardbedingungen. Diese und wenn realisierbar höhere Größenordnungen erlauben einen wirtschaftlichen Betrieb; bei kleineren und schwächeren Anlagen ist eine gute Kosten-/Nutzen-Relation wegen der geringen Ausbeute an Solarstrom eher fraglich.

Grundsätzlich steigt die Rentabilität einer Anlage mit jedem Quadratmeter genutzter Dachfläche und jeder kWp, wie das unten stehende Preisbeispiel deutlich macht.

Was eine Photovoltaikanlage kostet, hängt primär von fünf Faktoren ab, die sich gegenseitig variabel beeinflussen:

  • Gewünschte Leistung der Anlage
  • Belegbare Dachfläche / Anlagengröße
  • Strombedarf des Haushalts
  • Technische Ausführung der Solarmodule
  • Speicherausstattung vor Ort

Kosten der Solarmodule

Solarmodule – auch als Panels bezeichnet – sind die entscheidende Komponente einer Photovoltaikanlage. Sie werden auf dem Dach installiert, um die einstrahlende Sonnenenergie einzufangen und auf photoelektrischem Weg in verwertbaren Strom umzuwandeln. Pro Kilowatt Spitzenleistung fallen je nach Ausführung zwischen 500 und 1.000 € an.

Die Differenz resultiert aus den unterschiedlichen Technologien und dem jeweiligen Wirkungsgrad:

  • Polykristalline Solarzellen in den Panels sind günstiger;
  • monokristalline Solarzellen bringen mehr Ertrag, kosten aber mehr;
  • Dünnschichtmodule sind leicht zu verbauen und preiswert, aber den kristallinen Versionen im Ertragsvergleich deutlich unterlegen.

Auch das Design der Solarmodule spielt eine preisbildende Rolle.

Kosten des Wechselrichters

Eine Photovoltaikanlage liefert Gleichstrom. Da das Stromnetz und sämtliche gängigen Verbraucher mit Wechselstrom funktionieren, ist eine Umwandlung nötig. Diese erledigt der Wechselrichter. Für diesen können ca. 200 Euro pro Kilowattstunde Spitzenleistung kalkuliert werden.

Kosten des Einspeisemanagements

Ein Einspeisemanagement-System ist nach dem EEG zu installieren, um den Netzbetreibern in Spitzenzeiten die Möglichkeit zur Abnahmebegrenzung des dezentral produzierten Stroms zu ermöglichen. Es kann mit einer automatischen Fernregulierung verglichen werden. Je kWp kostet ein Einspeisemanagement-System ca. 30 bis 70 Euro.

Kosten für Montage der PV-Anlage

Die Montage der Photovoltaikanlage auf dem Dach – einschließlich Zubehör wie Kabel, Befestigungen, Stromzähler etc. – schlägt bei standardmäßiger Ausführung mit etwa 500 bis 800 Euro je Kilowattstunde Spitzenleistung zu Buche.

Laufende Betriebskosten der Anlage

Unabhängig von der produzierten Strommenge sind für eine Photovoltaikanlage regelmäßige Wartungen erforderlich; auch eine Versicherung ist nötig. Die Kosten hierfür sind je nach Anbieter unterschiedlich, als Faustregel gelten etwa 1 bis 2 % des Anlagen-Gesamtpreises.

Preisbeispiele für Photovoltaikanlagen

Als erste Orientierung – abhängig von den genannten Variablen und Komponenten – lassen sich die Netto-Kosten für die Nachrüstung einer Photovoltaikanlage gemittelt so darstellen:

Fläche Kilowattstunden Spitzenleistung Kosten der PV-Anlage
25 m² 3,5 kWp 5.800 Euro
50 m² 6 kWp 9.200 Euro
75 m² 10 kWp 10.000 Euro

Optional: Die Kosten eines Solar-Stromspeichers

Ein echter „Knackpunkt“ bei der finanziellen Bewertung von Photovoltaikanlagen ist die Entwicklung der Einspeisevergütungen. Waren diese noch vor einigen Jahren überaus lukrativ, so liegen sie heute bei nur noch (Stand 6/2022) 6,43 Cent pro Kilowattstunde, berechnet auf Basis einer Anlage bis zu 10 kWp.

Es liegt also nahe, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen und dadurch die versorgerseitigen Bezugskosten zu reduzieren. Mit einem Stromspeicher kann Solarstrom am Ort der Gewinnung gepuffert und für spätere Verwendung bereitgestellt werden. Pro Kilowattstunde Speicherkapazität kann man mit ca. 1.000 Euro rechnen – was die Gesamtkosten zwar erhöht, aber dank staatlicher Fördermaßnahmen leichter zu finanzieren ist.

Für die Nachrüstung von Solarspeichern, vor allem wenn sie mit einer Sanierung des Dachgeschosses kombiniert wird, bieten sowohl die bundeseigene KfW-Bank als auch mehrere Bundesländer Förderungen an.

Lohnt sich eine Solaranlage auch heute noch?

Darüber haben wir mit einem Fachmann gesprochen. Enno Tremmel ist Solar-Experte bei Rathscheck Schiefer und seit Jahren mit der Technologie und den damit zusammenhängenden Kosten- und Nachhaltigkeitsfragen vertraut.

Ab wann zahlt sich eine Photovoltaik-Anlage aus?

„Bei einem Rentner-Paar mit einem Stromverbrauch von unter 2000 Kilowattstunden pro Jahr steht sicherlich der positive Klimaeffekt im Vordergrund. Bei einem Familienverbrauch ab 4000 Kilowattstunden pro Jahr rechnete sich bisher das Investment in der Regel zwischen 8 und 12 Jahren, bei ständig steigenden Strompreisen und hohem Eigenverbrauch vermutlich deutlich früher.“

Wie viel Unabhängigkeit lässt sich mit einer PV-Anlage erreichen

„In Verbindung mit einem Speicher kann eine PV-Anlage den Strombedarf eines Einfamilienhauses bis zu zwei Dritteln und mehr abdecken. Sinnvoll ist es, bei der Erstinstallation etwas größer zu planen – damit hat man bei steigendem Strombedarf, beispielsweise nach Anschaffung eines E-Autos, einen Puffer.“

Aufgeständerte Anlagen stören nicht selten die Ästhetik. Was bringen in die Dachfläche integrierbare Systeme?

„Auf jeden Fall optische Vorteile bei hoher Leistung. Auch im Bereich Altbau kann man mit dunklen, in die Dachfläche integrierten Modulen, meist problemlos eine smarte Zukunft nachrüsten.“

Bildquelle: Rathscheck Schiefer

Rathscheck Schiefer-System

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