Nachhaltig bedacht

Können Dächer umweltbewusst und nachhaltig sein?

Wenn Neubau oder Dachsanierung anstehen, spielen heutzutage Fragen zur Umweltverträglichkeit und zur Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle: Welche Materialien sind wie umweltfreundlich? Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Was bringt eine Dachdämmung? Und lohnt sich eine Solaranlage? Die wichtigsten Antworten im Überblick:

Rund ums Eigenheim bieten sich viele Potenziale zur Ressourcen- und Umweltschonung, die teilweise sogar gesetzlich geregelt sind, z.B. durch die Energieeinsparverordnung. So kann die auf das Dach fallende Sonneneinstrahlung zur Energiegewinnung oder Regen als Brauchwasser genutzt werden. Zudem tragen moderne Dachfenster, Eindeckungen und Dämmstoffe nicht nur zu einem angenehmen Wohnklima bei, sondern können auch helfen, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen.

Gibt es umweltfreundliche Dacheindeckungen?

Die etablierten Hersteller bieten eine ganze Reihe von umweltfreundlichen Eindeckungsmaterialien für das Dach, aus denen man – ganz nach Geschmack und Architektur-Konzept – auswählen kann: Schiefer beispielsweise ist ein Naturprodukt – und gilt als ökologisch wertvoll. Dank seiner Langlebigkeit und des geringen Pflegeaufwands ist er auch besonders nachhaltig.

Dachziegel sind aus rein ökologischen Materialien gefertigt: Ton, Lehm und Wasser. Ton ist die Hauptkomponente, die dank ihrer kapillaren Struktur einen guten Feuchtigkeitsaustausch ermöglicht. Dachsteine sind noch schonender für die Natur – sie belasten von der Gewinnung der Materialien über die Produktion bis hin zur Verlegung die Umwelt noch weniger als Dachziegel.

Ein weitere ökologische Baustoff-Alternative ist Zink. Zink ist ein natürliches Element, das mit einem vergleichsweise geringen Primärenergieverbrauch zum Dachbaustoff verarbeitet werden kann. Das Material besitzt eine hohe Korrosionsfestigkeit und gilt damit als wartungsfrei und höchst langlebig. Ökologisch besonders interessant: Titanzink ist zu 100% recyclingfähig.

Lohnt es sich, alte Dachfenster auszutauschen?

Der Austausch alter Dachfenster ist eine sinnvolle und nachhaltige Maßnahme – und in den meisten Fällen lässt er sich problemlos durchführen. Neue Fenster bieten in der Regel eine bessere Wärme- und Schallisolierung – das steigert den Wohnwert und hilft, Heizkosten zu senken. Außerdem bieten Dachfenster renommierter Hersteller auch viele Möglichkeiten für Hitzeschutz im Sommer – sei es über Außenrollos oder Rollladensysteme. 

Was sind die Vorteile eines gedämmten Daches?

Durch ein ungedämmtes Dach entweicht viel Wärme und damit auch Heizenergie. Ein energetisch gedämmtes Dach bietet mehrere Vorteile: Zunächst verbessert sich für die Bewohner unter dem Dach das Wohnklima erheblich, da Zugluft, Wärmebrücken oder eindringende Feuchtigkeit kein Thema mehr sind. Auch die Temperatur kann ohne großen Energieaufwand beständig gehalten werden. Da also weniger Heizenergie verbraucht wird, sinken auch die Energiekosten. Von den niedrigeren Kosten profitiert der Hausbesitzer und vom geringeren Energieverbrauch dann auch die Natur: Der CO2-Ausstoß sinkt und die Ozonschicht wird weniger belastet.

Kann man das Regenwasser intelligent nutzen?

Regenwasser, das auf ein Dach trifft, lässt sich natürlich hervorragend nutzen, beispielsweise zur Bewässerung des Gartens. Und mit einem sogenannten „intelligenten Dachentwässerungssystem“ lässt sich die klassische Regentonne unter dem Fallrohr optimieren. Ein Teil des Fallrohrs wird dabei durch einen Regensammler ersetzt und dieser dann über einen Gartenschlauch mit der Regentonne verbunden. Liegt der Regensammler mindestens genauso hoch wie der Einfluss in die Tonne, stoppt der Zufluss automatisch, wenn die Tonne voll ist. Die Überschwemmung rings um die Regentonne gehört damit der Vergangenheit an.

Wie lässt sich Sonnenenergie sinnvoll nutzen?

Das Hausdach ist der ideale Ort, um die Energie der Sonne über Solarthermie oder Photovoltaik zu nutzen. Das funktioniert das ganze Jahr – selbst im Winter und bei bewölktem Himmel. Zwar bieten solche Anlagen die höchste Leistung zwischen Mai und September, doch auch in der Übergangszeit und im Winter wird noch genügend Energie erzeugt, was sich im Geldbeutel des Hausbesitzers bemerkbar macht.

Bei der Solarthermie wird die Sonnenstrahlung in Kollektoren in Wärmeenergie umgewandelt und von dort über eine Trägerflüssigkeit zu einem Speicher weitergeleitet. Hier angelangt erwärmt die Trägerflüssigkeit das Brauchwasser. Bei der Photovoltaik wandeln die Solarzellen die Strahlungsenergie in elektrischen Strom um, der selbst genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden kann, was von den örtlichen Stromversorgern mit einem festgelegten Preis vergütet wird.

Bildquelle: VELUX Deutschland (Hauptmotiv), Braas, Rathscheck Schiefer, Rheinzink