Werterhalt

Dach-Check nach dem Winter

Eiseskälte, die Feuchtigkeit von Schnee und Regen sowie starke Windböen machen im Winter der gesamten Dachkonstruktion zu schaffen. Infolgedessen können schadhafte Stellen entstanden sein. Da gravierende Schäden in der Regel auf kleinere, leicht zu behebende Mängel in der Dachhaut zurückzuführen sind, kommt der jährlichen Wartung große Relevanz zu. Ein Fachmann kann Beschädigungen in der Eindeckung und in der Abdichtung identifizieren und ausbessern und so umfangreiche Reparaturen bei gravierenden Schäden vorbeugen. Eine erste Bestandsaufnahme können Eigentümer jedoch selbst vornehmen.

Was passiert, wenn Schäden an der Dachhaut unentdeckt bleiben?

Schäden in der Dachhaut sollten möglichst schnell entdeckt werden, denn bereits durch einen kleinen Riss der Eindeckung kann Wasser eindringen und das Tragwerk durchfeuchten. In der Folge faulen die Balken, zerstörerischer Hausschwamm entsteht und krankmachender Schimmel breitet sich aus. Unterm Strich muss also nicht mehr nur eine Stelle der Eindeckung ausgebessert, sondern die Dachkonstruktion im großen Stil erneuert werden.

Schäden an der Dachhaut erkennen

Ob und wie stark das Hausdach unter den Witterungsbedingungen gelitten hat, lässt sich von außen und auch von innen beurteilen. Zwar sollte das Dach nicht vom Laien begangen werden – dafür sind Erfahrungen in der Eigensicherung nötig. Doch mithilfe eines Fernglases oder vom Dachfenster aus können Eigentümer ihr Hausdach begutachten. Bei der Eindeckung gilt grundsätzlich: Ein gleichmäßiges Erscheinungsbild des Daches ist ein gutes Zeichen, denn freiliegende Stellen oder Verschiebungen würden ins Auge springen. Ebenfalls sollte auf die metallischen An- und Abschlüsse sowie Kamin, Dachkehlen oder Ortgänge geachtet werden.

Von innen lässt sich der Zustand des Hausdachs gut beurteilen, wenn das Dachgeschoss nicht verkleidet ist. Durch eine Lücke in der Eindeckung beispielsweise würden Licht und Feuchtigkeit eindringen. Das wäre im Innenraum zu sehen. Auch im verkleideten Dachgeschoss lohnt sich ein genauer Blick: Feuchte Stellen an der Decke deuten auf Lecks in der Luftdichtigkeitsschicht oder Fehlstellen der Dämmung hin. Diese sollten sofort beseitigt werden. Denn funktioniert die Dämmschicht in der warmen Jahreszeit nicht einwandfrei, kann ein Barackenklima entstehen und die Wohnqualität sinkt.

Das Entwässerungssystem prüfen

Auch die Entwässerung kann in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Halterungen von Dachrinnen und Fallrohren wurden beispielsweise durch Schneemassen aus der Verankerung gerissen. Auch die Rinnen selbst können im Winter Schaden genommen haben. Temperaturschwankungen, Frost und Schneelast setzen auch ihnen zu. Identifizieren lassen sich Risse oder undichte Stellen an dieser Stelle durch den Lauf des Regenwassers. Bei an der Hausfassade herunterlaufendem Wasser liegt eine Beschädigung des Entwässerungssystems vor. Wichtig ist: Bei der Beurteilung des Hausdachs durch den Eigentümer können leicht Schäden übersehen oder optische Auffälligkeiten falsch eingeschätzt werden. In jedem Fall empfiehlt sich die Begutachtung durch einen Fachmann.

Ein Fachmann bringt Gewissheit

Gewissheit gibt die Konsultation eines Fachmanns. Dieser kann den Zustand der Eindeckung einschätzen – egal ob es sich um großformatige Zink-Eindeckung oder um kleinformatige Dachziegel handelt. Je nach Schadenslage wird er einzelne Teile austauschen und die Dachhaut reparieren. Spätestens wenn die eigene Überprüfung des Hausdachs den Schluss auf einen größeren zugrundeliegenden Schaden nahelegt, sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Dieser wird Statik und allgemeinen Zustand der Dachkonstruktion beurteilen und weiß, welche Schritte einzuleiten sind.

Bildquelle: Rathscheck Schiefer