Dachreparaturen, die keiner braucht

Betrügerische Handwerker – viel zahlen, wenig bekommen

Frühjahr und Sommer – das heißt Hochsaison für die sogenannten Dachhaie und steigende Gefahr für Konto und Gebäude. Denn deutschlandweit schwärmen jetzt Handwerkskolonnen aus, deren einziges Ziel in schnellem Geld für unnötige Reparaturen oder Pseudo-Wartungsarbeiten am Dach besteht. Die fachliche Leistung und die Ausführungsqualität aber sind zumeist dürftig. Neben dem schlechten Ergebnis drohen auch, wie schon oft bei den Handwerkskammern verzeichnet, teure Folgeschäden.

So fragwürdig die Arbeit, so erfinderisch und ausgefeilt sind die Tricks, mit denen ein Dachhai an seinen Auftrag kommt. Mit jedem Jahr kommen neue Techniken dazu. Hier die aktuellen Methoden im Dach-Abzockbusiness:

„Saisonrabatt“

Dachreparaturen sind gerade jetzt besonders günstig – behauptet jedenfalls der Handwerker, den man gar nicht bestellt hat. Günstig allerdings nur für ihn, denn der Hausbesitzer zahlt oft weit mehr als beim örtlichen Dachdecker.

„Gratis-Check“

Eine kostenlose Überprüfung des Daches nach einem harten Winter: Wer mag da schon nein sagen? Sollte man aber. Denn der freie Zutritt dient allein dazu, Schäden zu finden bzw. zu erfinden.

„Feuchter Dachstuhl“

Einmal am Dach, kann der unseriöse Handwerker nach Belieben Defekte feststellen bzw. vortäuschen. Der Hausbesitzer wird ihm kaum aufs Dach folgen können, um die Aussagen zu kontrollieren. So zum Beispiel lässt sich anhand eines Stückchens alten Holzes leicht behaupten, einige Sparren seien morsch, durchfeuchtet und bruchgefährdet.

„Bröckelnder Mörtel“

Ein ähnlicher Trick: Man präsentiert ein paar Mörtelfragmente, dir frisch vom First abgebrochen oder -geschlagen wurden. So lässt sich eine teure Erneuerung des kompletten Firsts verkaufen.

„Beweis-Foto“

Besonders innovative Handwerker demonstrieren den „Schaden“ auf detailliert gezoomten Smartphone-Fotos. Was man da genau sieht und welcher tatsächliche Reparaturbedarf besteht, ist reine Interpretationssache.

„Dachreinigung“

Das Dach zeigt grünen Belag und Moos? Diese Beeinträchtigung muss schnellstens entfernt werden, sonst nehmen die Ziegel Schaden und es regnet ins Haus. So oder ähnlich argumentieren reisende Handwerkskolonnen, und natürlich ist das Gegenteil richtig. Schaden verursacht allein eine unnötige Dachreinigung.

Mehr Informationen: Grünbelag am Dach

„Sabotiertes Rücktrittsrecht“

Durchaus formbewusst agiert der Dachhai, wenn es um vertragliche Angelegenheiten geht. Mit der Ausführung lässt er sich gerne an der Haustür schriftlich beauftragen, ehe er sich noch am selben Tag ans Werk macht. Zwar besteht hier binnen zweier Wochen ein gesetzliches Rücktrittsrecht. Sind die Arbeiten aber begonnen und das Dach beispielsweise schon teilweise abgedeckt, wird kein Hausbesitzer mehr davon Gebrauch machen wollen.

Auf Nummer sicher – mit seriösen Fachbetrieben

Qualifikation spart Ärger und Kosten. Der Dachdeckermeister vor Ort ist in jedem Fall ein besserer Partner für Dacharbeiten als eine durchreisende Firma. Als Innungsfachbetrieb bürgt er für eine solide Ausführung aller Arbeiten sowie eine ordnungsgemäße Gewährleistung – und ist dazu auch noch oft günstiger:

Bildquelle: Braas

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