Türme treiben es auf die Spitze
Türme treiben es auf die Spitze
Das Kreuzdach besitzt einen Quergiebel, der bis zum First hochgezogen ist. Die insgesamt vier Giebel bilden sich überkreuzende Firstlinien. Das unterscheidet diese besondere Dachform vom Zwerchdach, bei dem der Giebel nicht bis zum First reicht. Durch den Quergiebel wird, ähnlich bei Gauben, die Wohnfläche unterhalb des Daches erweitert. Die Errichtung eines Kreuz- oder Zwerchdaches ist jedoch nicht in jedem Wohngebiet erlaubt.
Für das Rhombendach gibt es verschiedene Begriffe. So nennt man es auch Helm- oder Rautendach. Es besitzt vier niedrige Giebel, von denen Grate zu einer Spitze aufsteigen. Die vier Dachflächen sind ebenmäßig und in der Regel gleich groß.
Beim Faltdach verhält sich die Flächenaufteilung ähnlich dem Rhombendach. Nur ist die rhombische Seitenfläche nach innen gebrochen und es entsteht eine typische Kehle. Das Faltdach ist durch diese Einkerbungen hübsch anzusehen und verziert viele Kirchentürme.
Eine ganz schlichte Ausführung ist das Pyramidendach. Der Turm oder das Gebäude bekommt ein, zu allen Sichtseiten hin gleichmäßiges Aussehen. Das Pyramidendach wurde gern in den Städten der italienischen Abruzzen errichtet. Es diente der Bedachung frühromanischer Turm- und Kirchenbauten, die weit ins Land hinein zu sehen waren.
Doch nicht nur eckige Dachformen decken Türme ein, auch runde sind beliebt. Das Äquivalent zum Pyramidendach ist in der giebellosen Bauweise das Kegeldach. Gleich dem Zeltdach wurde und wird es vor allem für Kirchtürme eingesetzt. Die Eindeckungsmöglichkeiten sind auch nach dem Zweck und der Witterung variabel. Für den natürlichen Ausdruck werden Schindeln aus Schiefer oder Ton hergenommen. Aber es gibt auch Eindeckungen aus Metall bis hin zu einer ganzen Metallhülle.
Ein Zwiebeldach besitzt eine spitz zulaufende Form, was seinen Einsatz für Kirchtürme oder Stadttürme erklärt. Der untere Teil der Spitze ist bauchig und läuft nach oben spitz zusammen. Der Zwiebelturm besitzt eine lange Tradition. Alte Zwiebeltürme erkennt man meist an ihrer grünen Farbe, die entsteht, wenn sich die Hülle aus mehreren Lagen von gehämmerten Blech langsam der Korrosion beugt. In der heutigen Zeit gewährleisten jedoch rostfreie Kupferlegierungen oder eine Lackierung der Bedachung eine längere Haltbarkeit und ein langdauerndes schönes Aussehen der Zwiebel. Zwiebeltürme sind in katholischen Gegenden als typisches Merkmal barocker Bauart heimisch, vor allem in den südlichen Bundesländern, Österreich und im italienischen Südtirol. Doch ebenso bei orthodoxen Kirchen in Russland, Bulgarien usw. schmücken sie die Turmspitzen.
Ein Verwandter des Zwiebeldaches ist das Glockendach. Jedoch ist es oben konvex und unten konkav geformt. Es wird auch selten bei Wohnhäusern verwendet, ziert aber viele Kirchen- und Stadttürme.
Vollkommen abgerundet präsentiert sich das Kuppeldach. In extrem verkuppelter Form ähnelt diese Dachform sogar einem Streichholzkopf. Diese Dachform sieht man selten auf Wohnhäusern, jedoch bei Zweckbauten oder Institutionen, wie der Sternwarte.







