Formvielfalt geneigter Dächer
Formenvielfalt geneigter Dächer
Im mitteleuropäischen Raum sind geneigte Dächer bei Wohnhäusern vorherrschend. Hinsichtlich ihres Neigungsgrades sind sie zu unterteilen in steil und flach geneigte Dächer. Andere Arten wie die sogenannten Flachdächer im Bungalowstil der 60 Jahre sind auf lange Sicht bauanfällig und heute weniger vertreten. Jedoch gewinnt das allgemein bekannte Pultdach auch im Bereich des privaten Baus zunehmend an Interesse und Gestaltungsideen.
Um die „richtige“ Dachform für sein Eigenheim zu finden, sind wenige Vorplanungsschritte notwendig. In der Regel richtet sich die Grunddachform nach dem Gebäudegrundriss. Für die Ausgestaltung der Höhe, der Verwinkelungen und der eigentlichen Dachform sind neben dem Wunsch des Bauherren regionale Witterungsbedingungen ursächlich. Danach richtet sich die gesamte Dachkonstruktion, also auch der Dachstuhl, sowie Ausbaumöglichkeiten und Eindeckung.
Warum ist der Faktor Wetter so bedeutsam? In bergigen und kälteren Gebieten findet man vorrangig Dächer mit geringem Neigungswinkel und einem großen Dachflächen-Überstand vor. Das meist flach geneigte Satteldach verhindert beispielsweise ein abruptes und selbständiges Ablösen von Schneemassen. Außerdem hat lagernder Schnee einen zusätzlichen Dämmungseffekt.
In Landstrichen mit viel Regen und Wind gibt es dagegen steil geneigte Dächer mit geringerem Dachflächen-Überstand. Die Schräglage der Fläche verhindert, dass Windböen leicht unter die Ziegel greifen und die Dacheindeckung ablösen können. Regenwasser fließt schnell ab und dringt nicht ins Dachinnere ein.
Neben dem Neigungsgrad ist die Form ein wichtiges architektonisches Gestaltungsmerkmal. Dachformen fallen hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und dem Neigungsgrad höchst unterschiedlich aus. Das Satteldach bildet die Grundform, die in Deutschland am weitesten Verbreitung findet. Zwei aneinanderliegende Dachflächen, die sich in fast allen anderen Dachformen widerspiegeln, sind die Basis des Standarddaches. Der Neigungsgrad reicht von steil (um die 60 Grad) bis unter 22 Grad.
Die kulturellen und witterungsbedingten Einflüsse einer Region, die jeweilige Nutzfunktion des Hauses sowie die verwendeten Materialien – wie Schiefer, Reet, Naturstein oder Legschindeln – trugen im Laufe der Zeit zur Ausbildung einer Vielzahl von Dachformen bei.
So entstanden Dachkonstruktion mit vier und mehr Dachflächen, z.B. das Zeltdach oder allgemeine Turmdachformen. Ein „Außenseiter“ zum geneigten Dach bildet das Pultdach. Einst vorrangig im Industriebau angesiedelt, erfährt die einzelne Dachfläche zunehmende Beliebtheit beim Eigenheimbau.
Ob Sattel-, Walm-, Mansard- oder Pultdach – die Form und die weitere Bebauung des Daches muss dem Bewohner gefallen. Zudem sollten der Gesamteindruck in die Landschaft passen und dem Bebauungsplan der Kommune und der jeweiligen Landesbauordnung entsprechen.
Heute finden die verschiedenen Dachformen wieder verstärkte Beachtung, nachdem in einer Phase der Vereinheitlichung das Dach etwas vernachlässigt wurde. Die Gewinnformel bildet die Vielfältigkeit und architektonische Leistungen, die für jeden Bauherren eine unheimlich große Palette an Dachformen und Dachflächengestaltung offen lassen.







