Welches Dach passt am besten zu meinem Haus?

Welches Dach passt am besten zu meinem Haus?

Endlich ist der Tag gekommen, an dem damit begonnen werden kann, das eigene Haus zu bauen. Grund und Boden sind vorhanden, die Finanzen geklärt und alle Genehmigungen eingeholt. Selbst der Rohbau erscheint schon vor dem geistigen Auge – doch welches Dach wird sowohl dem Haus als auch dem Bauherren gerecht?
 
 
Um bei einem Neubau die Entscheidung zu fällen, welches Dach wohl das am besten geeignete für das Eigenheim ist, sollte man die Aufmerksamkeit zuerst auf die Konstruktion des Hauses werfen. Der Baustil und Typ des Neubaus weisen zumindest die Richtung auf, in welche die Dachform letztendlich tendieren wird. Ist das Haus im modernen Stil geplant, wird ein Walmdach unangebracht sein, dafür jedoch ein sehr flach geneigtes Dach oder ein Pultdach passen. Umgekehrt genauso. Baut man in einem eher ländlich angehauchten Wohngebiet oder in Regionen mit strengen Vorgaben, sollten die jeweiligen Regelungen zur Bauweise und das Gesamtbild der umliegenden Häuserlandschaft beachtet werden. Bei bestimmten Baustilen gibt es keine Ausnahmen für eine untypische Dachkonstruktion. Zum Beispiel wird dem Fachwerkhaus sicherlich kein Tonnendach aufgesetzt. Vielerorts lehnen sich die Dachformen an traditionelle Muster und regionale Besonderheiten an. So findet man kein alpines Bauernhaus an der Nordseeküste.
 
 
Daneben ist ein wichtiger Faktor das regionale Klima und die Witterungsverhältnisse. In regenreichen Gebieten empfiehlt sich eine steile Dachkonstruktion in Form eines Sattel- oder Walmdaches. Das Wasser kann schnell abfließen und die Fläche trocknet rasch ab. In Alpenregionen tragen Häuser vorwiegend flach geneigte Satteldächer oder ein Mix von Sattel- und Schleppdach. Somit wird sich den örtlichen Schnee- und Wetterbedingungen angepasst, indem ein Herabstürzen der Schneemassen von der Dachfläche vermieden wird.
 
 
In Regionen, wo überdurchschnittlich oft und intensiv die Sonne scheint, ist der Zweck des Daches als Träger einer Solaranlage nicht abwegig. Solarenergie auf dem Dach „einzufangen“, wird unter privaten Bauherren immer beliebter. So verbindet sich eine schöne Dachform mit einem kostensparenden Verfahren zur Energiegewinnung.
 
Ein weiterer regionaler Faktor kann mit in die Entscheidung spielen, welches Dach das Richtige für das Eigenheim ist. Dazu stellt sich die Frage: Wo ist der neue Lebensplatz angesiedelt? Auf dem Dorf oder in urbanem Gebiet? Insbesondere in groß- und kleinstädtischer Umgebung kann sich das neue Dach an das Dächerbild anpassen, beispielsweise durch die Farb- und Formgebung. Das Mansardendach als typische urbane Dachform, schafft zusätzlich mehr Wohnfläche unter dem Dach. Beim Mansardendach verbindet sich die schwungvolle Dachformen mit dem Wohnnutzen. Vor allem, wenn bei einer engen Bebauung Gauben oder Dachwohnfenster nicht immer das gewünschte Flair einer Stadtdachwohnung entfalten. Entweder die Nachbarn haben mehr Einblicke, als sie haben sollten oder die Aussicht ist nicht übermäßig reizvoll. Der Nutzenfaktor sollte also bei aller Dachvielfalt nicht aus dem Blickwinkel des Betrachters fallen.
 
 
Grundsätzlich kann die Entscheidung, welches Dach für das individuelle Haus in Frage kommt, dem Bauherren nicht abgenommen werden. Es liegt in seiner Hand, welchen Zweck das Dach erfüllen soll, welche Dachform für seine Empfindung Ästhetik vermittelt und natürlich auch, welche Dachkonstruktion im Rahmen der finanziellen Mittel realisierbar ist.
 
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