Estrich

Der Estrich ist ein wichtiger Teil des Fußbodenaufbaus. Estrich soll Höhendifferenzen der Decken ausgleichen und einen ebenen Untergrund für den abschließenden Bodenbelag herstellen. In Verbindung mit einer darunter liegenden Dämmschicht fungiert der Estrich zudem als Wärmedämmung und Schallschutz.

Bei Estrich unterscheidet man zwischen Nass- und Trockenstrich. Zu den Nassestrichen werden Zementestrich, Steinholzestrich oder Magnesiaestrich, Gussasphaltestrich, Anhydridestrich, kunstharzgebundener Estrich und Lehmestrich gezählt.

Zementestrich besteht aus Zement und Sand und ist relativ günstig. Er ist wegen seines unproblematischen Verhaltens der meistverlegte Nass-Estrich. Bei guter Verarbeitung und ausreichender Trocknungszeit ist er allen Beanspruchungen gewachsen.

Alternativen sind der Anhydritestrich aus wasserfreiem Gips und Quarzsand und der Gussasphaltestrich aus Bitumen und Zusatzstoffen.

Besonders Gussasphaltestrich bindet schneller ab, muss also nicht trocknen und ist sehr bald begehbar. Er ist gut für Fußbodenheizungen geeignet. Anhydritestrich wird wegen der geringen Rissgefahr eingesetzt. Mangelnde Sorgfalt beim Verlegen führt allerdings zu Schäden und sollte daher nur von Fachfirmen durchgeführt werden. In Nassräumen darf diese Variante nicht eingesetzt werden.

Völlig giftfrei ist Lehmestrich, der aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Sein Nachteil: Die lange Austrocknungszeit von rund zehn Wochen.

Das Abbinden aller Estricharten kann Probleme bereiten. Dies ist jedoch nicht nur auf die im Estrich enthaltene Feuchtigkeit zurückzuführen: Innerhalb von Bauteilen (Mauern und Decken) findet zudem ein Austausch von Feuchtigkeit statt. Der Estrich nimmt die zusätzliche Nässe auf, was die Austrocknungszeit verlängert.

Nass-Estriche können in verschiedenen Ausführungsklassen unterschieden werden. Das sind: Verbundestrich, die schwimmende Verlegung sowie Estrich auf Trennschicht.

Wenn keine Trittschalldämmung notwendig ist, kann der Estrich zwei bis drei Zentimeter stark direkt aufgebracht werden. Man spricht dann von einem Verbundestrich, da der Estrich gemeinsam mit frischem Unterbeton oder frischem Unterbodenestrich im Nass-Nass-Verfahren erstellt wird. Ein Schall- oder Wärmeschutz ist nicht vorhanden. Dieses Verfahren wird in Garagen oder in Kellerräumen angewandt. Meist kommt Zementestrich zum Einsatz. Nach etwa drei Tagen ist der Estrich begehbar, nach sieben Tagen kann er auch belastet werden.

Aus Schallschutzgründen und um die Wärmedämmung zu verbessern wird der schwimmende Estrich verlegt. Er liegt auf einer Trittschalldämmung. Im Wohnungsbau wird diese Variante am häufigsten eingesetzt, da sie Wärme- mit Schallschutz verbindet: Schwimmend bedeutet, dass die Estrichplatte als Ganzes allseits sowohl von den Wänden als auch vom Untergrund durch Dämmstreifen oder elastischen Fugenbändern getrennt ist. Je nach Dämmstoffdicke und Bodenbelag beträgt die Stärke des verlegten Estrichs zwischen 45 und 50 Millimeter.

Heizestrich ist eine Sonderform des schwimmenden Estrichs. Er wird verwendet, wenn eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll. Damit die Heizrohre nicht angegriffen werden, muss der Estrich frei von aggressiven Stoffen sein. Außerdem muss er durch Zusatzmittel plastisch gemacht werden, so dass er die Rohre vollständig ummanteln kann. Je nach Heizungssystem werden die Kunststoff- oder Kupferleitungen im Estrich oder auf der Dämmung verlegt. Auch hier kommt meist Betonestrich zum Einsatz.

Fließestrich ist ein selbstnivellierender Anhydrit- oder Gipsestrich. Mit Zusatzmitteln versetzt, wird er immer mehr als Heiz- und Installationsestrich etwa in Kellerabstellräumen verwendet. Hier reicht eine Höhe von 30 bis 35 Millimetern aus. Wichtig ist eine durchflusssichere Dichtungsschicht. Randstreifen aus Dämmmaterial verhindern Schallbrücken.

Eine Unterform des Fließestrichs ist der Wärmedämm-Leichbeton. Es findet seine überwiegende Verwendung in der Sanierung von Altbaudecken. Das Estrich-Gemisch aus Dämmgranulaten und Zement bringt gleichzeitig Schall- und Wärmeschutz.

Estrich auf Trennschicht wird überall dort verlegt, wo keine Wärmedämmung nötig und keine dauerhafte Verbindung zum Untergrund möglich ist. Die Stärke sollte mindestens 35 Millimeter betragen. Estrich und Tragschicht trennt hier nur eine dünne Trennschicht aus PE-Folien oder Bitumenbahnen.

Besonders bei Altbausanierungen werden aufgrund des hohen Eigengewichtes häufig Trockenestrichsysteme verwendet. Der große Vorteil dieser selbstbaufreundlichen Technologie ist die absolute Trockenheit: Sie macht einen schnellen Baufortschritt ohne Austrocknungszeiten möglich. Trockenestrich ist sofort nach der Verlegung begeh- und verwendbar. Die Elemente werden miteinander in Nut und Feder verklebt und meist schwimmend verlegt. Der Untergrund kann aus Hartschaum oder einer Dämmschüttung bestehen.