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Landliebe aus Leidenschaft: Aus Neu mach Alt

Traumhaus Mühle, Baujahr 2010: Vom Keller bis zum Schieferdach ein Neubau nach Plänen aus der Jahrhundertwende

Krönung des Traumhauses nach alten Zeichnungen aus der Jahrhundertwende ist das ausdrucksvolle Schieferdach, denn Gauben und Kehlen hätten sich mit kaum einem anderen Naturbaustoff so filigran und authentisch nachbilden lassen. Die Bauherren wählten dabei die moderne Form einer historischen Deckart: Die „Schuppen-Deckung“. Die fünf Millimeter starken blaugrauen Schiefer-Steine zeichnen sich durch besondere Optik und Langlebigkeit aus. Mit der Rückbesinnung auf Naturmaterialien erlebt Schiefer bei Neubau und Sanierung eine Renaissance – als zeitloses Design-Objekt wie als ökologisches Produkt.
Krönung des Traumhauses nach alten Zeichnungen aus der Jahrhundertwende ist das ausdrucksvolle Schieferdach, denn Gauben und Kehlen hätten sich mit kaum einem anderen Naturbaustoff so filigran und authentisch nachbilden lassen. Die Bauherren wählten dabei die moderne Form einer historischen Deckart: Die „Schuppen-Deckung“. Die fünf Millimeter starken blaugrauen Schiefer-Steine zeichnen sich durch besondere Optik und Langlebigkeit aus. Mit der Rückbesinnung auf Naturmaterialien erlebt Schiefer bei Neubau und Sanierung eine Renaissance – als zeitloses Design-Objekt wie als ökologisches Produkt.

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Viele Bauherren geben alten Häusern mit modernen Elementen frischen Pfiff. Hoch über dem Lahntal hat es eine Westerwälder Familie umgekehrt gemacht: Ihr Neubau wurde komplett auf Alt getrimmt.
 
Am liebsten hätten sie sicher die seidig blaugrau schimmernden Schieferplatten auf dem Dach noch mit einer leichten Moosschicht überzogen. Aber so weit wollte es Familie Simon dann doch nicht treiben, um ihren Neubau einer alten Mühle noch ein Stückchen authentischer zu machen. Auf einem ehemaligen Mühlengrund haben sich die Simons einen Traum erfüllt: Sie bauten ein Westerwälder Landhaus nach historischem Vorbild – und einem energiesparenden Innenleben mit modernster Technik des 21. Jahrhunderts.
 
Alles Neu – und trotzdem Alt: Für die 60 Zentimeter dicke zweischalige Außenmauer wählten die Bauherren grob behauene Grauwacke aus der Zeit des Phanerozoikums (542 bis 251 Millionen Jahre vor heute), für die verspielte Dachfläche 400 Millionen Jahre alten Devon-Schiefer, für den Ausbau des Dachgeschosses größtenteils restauriertes Eichen-Fachwerk aus dem vorigen Jahrhundert. Die ausgeschliffenen Eingangsstufen aus Basalt kommen aus einem Abbruchhaus, die Fliesen vor dem Kamin schmückten einst eine Villa, die Eingangstür stammt vermutlich aus der Gründerzeit. „Über Jahre“, erinnert sich Bauherr Stefan Simon, haben seine Frau und er zusammengetragen, was optisch in ein Leben aus dem vergangenen Jahrhundert passt: Bei Antiquitätenhändlern, in Internet-Auktionen und auf Flohmärkten wurden die Simons fündig: „Wir haben schon immer gerne gesammelt.“ Was fehlte, war lange Zeit die passende Hülle zu den ausgewählten alten Schätzen aus der Zeit der Ur-Ur-Großeltern.
 

Viele Bauherren geben alten Häusern mit modernen Elementen frischen Pfiff. Hoch über dem Lahntal hat es eine Westerwälder Familie umgekehrt gemacht: Ihr Neubau wurde komplett auf Alt getrimmt. Entstanden ist eine Landidylle wie aus dem Bilderbuch: Vor den Fenstern murmelt das Wasser im Mühlengraben, im Teich springen die Forellen und an der schweren Basalttreppe wacht der Hofhund. Das verträumte Anwesen sieht aus, als ob es seit Generationen seinen lauschigen Platz im Westerwälder Wiesengrund hätte. Doch der Schein trügt: Vom Kellerboden bis zum Schieferfirst ist die „alte“ Mühle komplett neu. Familie Simon drehte bei ihrem Neubau ganz bewusst die Uhr zurück – und hat ihr Traumhaus Baujahr 2010 mit Bedacht auf „Alt“ gemacht.
Viele Bauherren geben alten Häusern mit modernen Elementen frischen Pfiff. Hoch über dem Lahntal hat es eine Westerwälder Familie umgekehrt gemacht: Ihr Neubau wurde komplett auf Alt getrimmt. Entstanden ist eine Landidylle wie aus dem Bilderbuch: Vor den Fenstern murmelt das Wasser im Mühlengraben, im Teich springen die Forellen und an der schweren Basalttreppe wacht der Hofhund. Das verträumte Anwesen sieht aus, als ob es seit Generationen seinen lauschigen Platz im Westerwälder Wiesengrund hätte. Doch der Schein trügt: Vom Kellerboden bis zum Schieferfirst ist die „alte“ Mühle komplett neu. Familie Simon drehte bei ihrem Neubau ganz bewusst die Uhr zurück – und hat ihr Traumhaus Baujahr 2010 mit Bedacht auf „Alt“ gemacht.
Vor rund sechs Jahren reifte die Idee, am verwaisten Mühlengraben ein neues Heim nach historischem Vorbild zu bauen. „Alte Häuser haben einfach Wärme“, schwärmt Stefan Simon. Bei einem Nachbarn stieß er auf ein Heimat-Buch „wie früher im Westerwald gebaut wurde.“ Die Beschreibungen und Skizzen – das war es, was die Simons schon immer wollten: „Ein Haus, das aussieht, als habe es schon immer da gestanden.“ Die Planung der neuen Mauern nach den alten Mustern war weniger kompliziert als gedacht: „Wir hatten im Wesentlichen nur viele ganz simple Dinge zu berücksichtigen.“ Beispielsweise die Fenstermaße. Im neuen „alten“ Heim haben alle Fenster die gleiche Größe – „ist diese Einfachheit unserer Vorfahren nicht bestechend?“. Lediglich im Giebelbereich mussten sich die Bauherren ausnahmsweise arrangieren – weil die Fensterhöhe an die Dachneigung angepasst werden musste.
 
Keinen Kompromiss dagegen ging Stefan Simon bei der Dacheindeckung ein: „Zu Schiefer gibt es keine Alternative.“ Tradition verbindet sich dabei mit Moderne: Kein anderer natürlicher Baustoff konnte so geschmeidig den teils filigranen Formen von Gauben und Kehlen folgen, wie der auf rund fünf Millimeter gespaltene Naturstein aus den Tiefen der Erde. Die Bauherren entschieden sich für eine Schuppen-Deckung, die bei Mitteleuropas Marktführer Rathscheck mit modernster Technik in Form gebracht werden. Die beliebte Deckart sorgt bei detailreichen Dächern nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für Langlebigkeit: Schieferdächer trotzen mehr als ein Bauherrenleben lang Wind und Wetter. Ökonomische und ökologische Vorteile sowie vielfältige Design-Möglichkeiten haben den Schiefer aus Urzeit wieder zu einem beliebten Baustoff  des 21. Jahrhunderts gemacht.

Handwerksmeister Stefan Simon orientierte sich bei seiner Planung an historischen Vorbildern – und kombinierte sie mit heutigen Anforderungen an gediegenen Wohnkomfort. Im 200 Quadratmeter großen Innenleben setzten die Bauherren auf modernste Technik und effiziente Dämmung, im Sichtbereich auf Millionen Jahre alte Naturmaterialien und Bauteile aus der Gründerzeit. Mit viel Liebe zum Detail wurden Türelemente und Bodendielen aus Abbruch-Häusern restauriert und eingepasst, die Außenhaut aus schwerer Westerwälder Grauwacke gemauert, das Fachwerk größtenteils aus alten Eichenbalken hergestellt.
Handwerksmeister Stefan Simon orientierte sich bei seiner Planung an historischen Vorbildern – und kombinierte sie mit heutigen Anforderungen an gediegenen Wohnkomfort. Im 200 Quadratmeter großen Innenleben setzten die Bauherren auf modernste Technik und effiziente Dämmung, im Sichtbereich auf Millionen Jahre alte Naturmaterialien und Bauteile aus der Gründerzeit. Mit viel Liebe zum Detail wurden Türelemente und Bodendielen aus Abbruch-Häusern restauriert und eingepasst, die Außenhaut aus schwerer Westerwälder Grauwacke gemauert, das Fachwerk größtenteils aus alten Eichenbalken hergestellt.
Auf die gelungene Symbiose von Gestern und Heute ist auch Bauherr Stefan Simon besonders stolz: „Mit 45 Lebensjahren hat man ja auch Ansprüche an gewissen Lebenskomfort von Heute.“ Energiesparend wurde das Landhaus vom Kellerboden bis zum Schieferfirst hocheffizient gedämmt, elektrische Rollläden verstecken sich tagsüber hinter Fensterstürzen aus Natursteinen und der alte Kohlenherd im Foyer überlässt das Aufwärmen des 200 Quadratmeter Innenlebens moderner Brennwerttechnik. Böden aus alten Eichendielen sorgen in den Wohnräumen für wohlige Atmosphäre – nur die restaurierten Innentüren erinnern mit einem leichten Knarren unvermittelt an ihre Original-Herkunft aus der Gründerzeit.
 
Als die Familie nach rund einjähriger Bauzeit einzog, „war fast alles so, wie wir es uns über Jahre gewünscht hatten.“ Zum vollen Mühlenglück fehlt dem leidenschaftlichen Bäckermeister, der für traditionelles Handwerk („und kein Backen aus der Tüte“) jeden Morgen in aller Frühe seinen Mann steht, noch die Fertigstellung des Nebengebäudes: Dort soll eine Schaumühle samt Schaubäckerei entstehen – ausgestattet mit Sammlerstücken, die zeigen,  wie früher im Westerwald das Getreide zu duftendem Holzofenbrot verarbeitet wurde. Den verlandeten Mühlengraben hat der Altertümchen-Spezialist und Oldtimer-Liebhaber bereits reaktiviert, die Sammlung für das lebendige Museum ist in Arbeit.
 
Fotohinweis: Rathscheck Schiefer
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