ERSTE SCHRITTE

Nachrüstung im Dachstuhl

Soll der Spitzboden ausgebaut werden, muss in der Regel eine neue Dämmung her. Es kann reichen, die bestehenden Schichten zu verstärken.

Bildquelle: Velux
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Je dicker die Wärmedämmung, desto besser. Das gilt insbesondere für den Wohnraum unter der Schräge. Denn so bleiben zum einen die Heizkosten in der kalten Jahreszeit gering und es entsteht kein unangenehmer Luftzug. Zum anderen wird im Sommerhalbjahr ein stickiges Saunaklima und tropische Hitze wirkungsvoll vermieden. Modernisierer sollten sich beim Baustoffhändler über die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) des Dämmstoffes informieren. Je geringer diese WLG, desto wirkungsvoller ist die Dämmung.

Ausreichende Dämmung für Wohlfühlklima unterm Dach


Oft ist zwischen den Sparren bereits eine Dämmung installiert – die freilich zu schwach ist, um Wohnraumqualität zu schaffen. Wer die Zwischensparrendämmungen nicht komplett auswechseln möchte, kann ganz einfach „nachrüsten“. Hierzu wird auf die Unterseite der Dachsparren oder auf eine schon vorhandene Verkleidung eine Konterlattung angebracht. In die Zwischenräume dieser Lattung werden Dämmplatten oder Dämmfilze gelegt. Präzises Arbeiten ist Pflicht, andernfalls entstehen Kältebrücken. Auch erfahrene Selbermacher sollten den Rat eines Experten einholen. Anschließend wird der Aufbau je nach Wunsch mit Gipskartonplatten beplankt oder mit Profilhölzern bekleidet. Und schon ist der neue Dachraum bezugsfertig und optisch ansehnlich.

Schimmelbildung vermeiden


Doch diese Lösung hat auch einen Nachteil: Die nutzbare Wohnfläche wird kleiner, weil die zusätzliche Dämmung in den Raum hineinragt. Zusätzlich müssen alle Fensterlaibungen angepasst werden. Dies ist sehr wichtig, denn an kälteren Laibungen schlägt sich sonst dort der Wasserdampf aus der Raumluft nieder und es kommt zur Schimmelbildung. Außerdem kann die zusätzliche Dämmschicht auch gleichzeitig als Installationsebene für Stromleitungen genutzt werden.

Dampfbremse verhindert Feuchtigkeit in der Dämmung


Auch zu beachten ist, dass die Dämmschichten nicht alles sind: Eine Dampfbremse ist unverzichtbar. Sie verhindert, dass die ausfallende Luftfeuchtigkeit sich in der Dämmung niederschlägt und diese durchfeuchtet. Geschieht dies, lässt die Dämmwirkung nach und Schimmelsporen finden ideale Wachstumsbedingungen vor. Besonders rund um die Fensteröffnungen muss die Dampfbremse sorgfältig verlegt werden. Wo die Folie angetackert wird, sollte durch zusätzliche überlappende Bahnen die Luftdichtheit sichergestellt werden. Neuartige Klimamembranen ersetzen immer häufiger die einfachen PE-Dampfbremsfolien. Durch ihre Atmungsaktivität ermöglichen Klimamembranen, dass in der Konstruktion befindliche Feuchtigkeit ausdiffundieren kann und Feuchteschäden sowie spätere kostenintensive Sanierungsmassnahmen vermieden werden. Systemlösungen für die Luftdichtheit sind sehr empfehlenswert, da deren Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind und so die dauerhafte Funktionsfähigkeit gewährleistet ist.

Wärme und Licht durch großzügige Dachfenster


 Damit aus der einstigen Bühne ein behaglicher Wohnraum entsteht, ist außer Wärme auch Licht wichtig. Dafür sorgen Dachfenster. Die schrägen Glasflächen garantieren, dass möglichst viel Sonnenstrahlen in die Räume gelangen. Dachfenster können nebeneinander oder übereinander angeordnet werden sowie zu großzügigen Kassettenlösungen verbunden werden. Um einen guten Blick aus der Dachwohnung zu erhalten, sollte die Fensterunterkante möglichst knapp über dem Fußboden liegen. Je höher die Fenster liegen, desto heller wird der Raum. Überfirstverglasungen bieten einen grenzenlosen Himmelsblick. Den Einbau der Dachfenster sollte der Bauherr einem Dachdecker überlassen.
 
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