Baustoffe fürs Dach

Umweltfreundlich Bauen mit Schiefer

Natürlich! So lautet die Antwort vieler Bauherren, wenn es um die Entscheidung für umweltfreundliche Materialien geht. Aber welche Materialien bieten aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht wirklich überzeugende Eigenschaften für Haus und Dach? Wir sind der Frage einmal besonders tief nachgegangen und haben Interessantes zum traditionellen Baustoff Schiefer zutage gefördert.

Schiefer als Baustoff – das Kurzprofil:

Schiefer ist ein äußerst witterungsbeständiger Naturstein, der eine besonders praktische Eigenschaft für seine Verarbeitung gleich mitbringt: Er lässt sich hervorragend spalten und in dünne Platten teilen. Diese eignen sich sowohl für die Fassaden- als auch für die Dachdeckung. Entstanden ist Schiefer vor Millionen von Jahren durch die Verdichtung von Tonschlamm unter hohem Druck, was sich heute in seiner typischen Maserung zeigt.

Der Abbau des berühmten Moselschiefers von Rathscheck erfolgt in bis zu 360 Metern Tiefe in 30 km langen Stollen. Ein eindrucksvolles Video dazu gibt es hier.

Umweltvorteil 1: Natur pur

Schiefer wird nach seiner Gewinnung nur be,- nicht verarbeitet. Es sind also weder chemische noch andere umweltrelevante Prozesse nötig, um aus dem Gestein ein haltbares Deckmaterial für Fassaden und Dächer herzustellen. Diamantsägen, Laser und computergesteuerte Maschinen bringen den Schiefer in die gewünschte Form.

Da es sich bei Schiefer um ein ursprüngliches, reines Naturprodukt handelt und er sich nicht mit industriellen Verfahren herstellen lässt, sprechen Experten nur von „Schiefer“, nicht etwa von Naturschiefer. Gut zu wissen: Der vor allem für Fassaden angebotene sogenannte Kunstschiefer ist kein massives Naturgestein, sondern eine Imitation aus Kunststoff oder Faserzement.

Umweltvorteil 2: Buchstäblich zeitlos

Was über Millionen von Jahren reifte, hält auf dem Dach problemlos viele Jahrzehnte. Und das unter allen Witterungsbedingungen und mit keinerlei Pflegeaufwand. Viele historische Städte, Burgen und andere Baudenkmäler weisen noch heute die Schieferdeckung aus dem Mittelalter auf. Wenn im Laufe der Zeit einmal neu gedeckt werden musste, dann nicht wegen Schäden am Schiefer, sondern wegen Korrosion der Befestigungsnägel oder Schwächen in der Dachkonstruktion.

Umweltvorteil 3: Optimale Ökobilanz

Schiefer bietet unter ökologischen Aspekten vorbildliche Werte – er wird nicht aus verschiedenen Stoffen zusammengefügt, benötigt keine Färbung, muss weder mit hohem Energieaufwand gebrannt noch getrocknet werden. Beim Abbau gelten strengste Umwelt- und Rekultivierungsauflagen. Für die Umwelt besonders positiv wirkt sich zudem die unmittelbare Nähe von Gewinnungs- und Fertigungsort aus: Der Transportweg ist praktisch null, denn der Schiefer muss bergfeucht – also möglichst sofort – gespalten werden.

Unser Fazit:

Es hat seinen Grund, warum in Deutschland pro Jahr mehr als vier Millionen Quadratmeter Schiefer verlegt werden: Das natürliche Material hält, professionell verlegt, ein Dach über Jahrhunderte sicher dicht. Es fasziniert mit seinem seidigen Glanz, der sich je nach Jahres- und Tageszeit ändert. Und verleiht dem Dach einen eleganten, soliden Eindruck.

Bildquelle: Rathscheck Schiefer