Nicht überall geht jede Farbe

Besonders in Süddeutschland ist Rot der Klassiker – das gilt für Dachziegel wie für Dachpfannen gleichermaßen. Beide Baustoffe werden mittlerweile in mehreren Dutzenden Tönungen angeboten: Die Palette reicht von verschiedenen Rotnuancen über Grün, Blau, Braun und Granit bis zu Brillantschwarz.

Jede Farbe hat ihre ganz eigene Wirkung: Grün beispielsweise wirkt natürlich und beruhigend, dunkel glänzendes Blau ist edel und frisch, Braun schafft ein sinnliches und vornehmes Ambiente. Damit kann der Bauherr Akzente setzen und sich ein einmaliges Schmuckstück schaffen.

Doch nicht überall sind alle Farben erlaubt: Gerade bunten und glänzenden Tönen schieben manche Bebauungepläne einen Riegel vor, weil die Planer die Harmonie der Dachlandschaft gestört sehen. Wer eine farbige Eindeckung plant, sollte also die Zustimmung des zuständigen Bauamtes einholen.

Glasierte oder engobierte Dachsteine aus Ton oder Beton sind mittlerweile kaum noch eine Seltenheit. Immer mehr Bauherren entscheiden sich für eine lebendige Alternative zum klassischen Ziegelrot oder matten Schwarz. Doch aufgepasst: In vielen Kommunen schränken Bauordnungen und Bebauungsplänen die Möglichkeiten der Form-, Farb- und Materialwahl ein.

Begründung: Das Wohngebiet soll einen einheitlichen Eindruck machen. Die Vorschriften sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Wer Rot den Rücken kehren möchte, sollte sich das genehmigen lassen.

Die richtigen Argumente zählen

Viele Bauämter sperren sich auch explizit gegen glasierte Dachziegel. Davon gehe eine zu starke Blendwirkung aus, fürchten die Stadtplaner. Dagegen kann der Bauherr einwenden, dass doch Solaranlagen sowie Glaskonstruktionen teilweise wesentlich stärker blenden und doch ohne Auflagen genehmigt werden.

Fakt ist: Mehrere Faktoren, wie die Dachneigung und Einfallswinkel der Sonne, müssen zusammenkommen, damit ein solcher Dachaufbau dem Nachbarn oder Passanten für einen Moment in die Augen stechen kann. Nach Auffassung von Bauexperten kann von glasierten Dachziegeln schon auf Grund der zu geringen Lichtreflexion keine Blendwirkung ausgehen.

Bildquelle: Braas