Dachsanierung beim Altbau

Energieersparnis durch Altbausanierung

Ob Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus: Ein Altbau kann dem Besitzer nicht nur lieb, sondern auch ganz schön teuer sein. Eine verbindliche Definition, was ein Altbau eigentlich genau ist, gibt es nicht. Unter diesen Begriff können Häuser aus der Zeit vor Gründung der Bundesrepublik ebenso fallen wie Gebäude Baujahr 1950-70. Im Zweifel gilt die Architektenweisheit: „Ein Altbau ist alles, was mehr kostet als es sollte.“

Für alle Besitzer einer solchen Immobilie stellen sich früher oder später dieselben Fragen: Wo liegen die Ursachen zu hoher Energiekosten im Altbau? Was muss man bei der Dachsanierung eines Altbaus beachten? Welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll? Nutzt man die Dachsanierung zur Gewinnung zusätzlichen Wohnraums? Wie plant man die Finanzierung einer Dachsanierung im Altbau?

Ursachen hoher Energiekosten im Altbau

Einer der zentralen Kostentreiber bei Altbauten ist der wirtschaftliche Aufwand, der Jahr für Jahr auf Heizenergie entfällt. Denn bejahrte Häuser sind rein durch die früher verfügbaren Baustoffe und ihre Konstruktion nicht darauf ausgelegt, sparsam mit Brennstoffen umzugehen – zur Zeit der Errichtung war Energieersparnis, wenn überhaupt, eine sekundäre Eigenschaft. Unsanierte Altbauten verbrauchen deshalb zwangsläufig deutlich mehr Energie als nach heutigem Standard gebaute Häuser.

Konkret resultieren zu hohe Heizkosten im Altbau zu einem Großteil aus einer nicht zeitgemäßen Dämmung. Die meiste Energie geht dabei durch Außenwände und das temperaturdurchlässige Dach mit veralteten Dachfenstern verloren. Experten beziffern die Menge an Energieverlusten durchs Dach bzw. den ungedämmten Dachboden mit bis zu 25%.

Wer also dauerhaft sparen möchte, sollte hauptsächlich in eine effiziente Dachdämmung, neue gut isolierende Fenster und gegebenenfalls in eine Fassadendämmung investieren. Ein positiver Nebeneffekt: Ordentliche Dämmung verbessert auch den Schallschutz nachhaltig.

Mehr Informationen: Themenseite Sanieren mit System

Was sollte man bei der Dachdämmung im Altbau beachten?

Da man in alten Häusern aufgrund der ursprünglichen Bausubstanz oft eine sehr schlechte Wärmedämmung antrifft, in Altbauten des frühen 20. Jahrhunderts meist sogar noch gar keine vorhanden ist, entstehen in der Regel extrem hohe Heizkosten. Beim Ausbau eines Altbaudaches sollte daher die Dachdämmung oberste Priorität haben. Doch nicht jedes Dämmmaterial ist für jeden Altbau auch das Richtige. Die Dachdämmung muss vor allem zur Bausubstanz passen.

Auch der Zeitfaktor spielt, je nach geografischer Lage und Wettersituation, oft eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Sanierung, vor allem dann, wenn auch die Deckung erneuert wird. Hier ist ein schrittweises Vorgehen empfehlenswert: Bei dieser wird immer nur ein Teil des Dachs abgedeckt und bearbeitet, so dass es bei Regen- oder Schneefällen nicht zu Schäden an Mauerwerk und Dämmung kommen kann.

Dachsanierung im Altbau – welche Dämm-Maßnahmen sind sinnvoll?

Variante 1: Die Zwischensparrendämmung

Die einfachste und kostengünstigste Maßnahme am Dach selbst ist die Zwischensparrendämmung. Bei dieser Art der Dachdämmung muss das Dach nicht abgedeckt werden. Die Dämmung erfolgt mit Mineral- oder Steinwolle. Eine Herausforderung bei dieser Dämmmethode liegt darin, dass der Dämmstoff zwischen den senkrecht verlaufenden Holzelementen sauber angebracht und zwischen diesen mit Druck absolut rutschsicher festgeklemmt wird. Diese Art der Montage geht relativ schnell und unkompliziert vonstatten. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch, die Dämmelemente so anzubringen, dass weder zwischen ihnen noch an der Kontaktstelle Dämmung-Dachbalken Ritzen entstehen. Ansonsten bilden sich an den durchlässigen Stellen Wärmebrücken, durch die einerseits erwärmte Luft entweicht, die andererseits aber auch zu schädlicher Kondensatbildung führen können.

Variante 2: Zwischen- und Untersparrendämmung

Durch die Kombination von Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung können bei einer nachträglichen Dämmung Wärmebrücken vermieden werden. Die zusätzliche Untersparrendämmung kann eine vorhandene schwache Dämmung so aufwerten, dass sich insgesamt ein moderner Standard erreichen lässt. Verbaut wird die Untersparrendämmung meist als Platten, die von den Dachbalken getragen werden.

Variante 3: Die Aufsparrendämmung

Die effektivste, allerdings auch aufwändigste Lösung stellt die Aufsparrendämmung dar, die oberhalb der Dachsparren und unterhalb der Eindeckung liegt. Dort bildet sie eine vollflächige Dämmebene komplett ohne jegliche Wärmebrücken.

Variante 4: Die Dachbodendämmung

Wer schnell dämmen, aber großen Aufwand vermeiden will: Eine Dachbodendämmung, also eine Dämmschicht auf der obersten Geschossdecke, ist schnell verlegt und bringt dennoch gute Spareffekte.

Altbau und EnEV

Auch bei der Sanierung eines älteren Bestandsgebäudes gelten die Vorschriften der Energie-Einsparverordnung (EnEV). Diese definiert die energetischen Zielwerte, die mit der Modernisierung erreicht werden müssen, insbesondere durch Dämmmaßnahmen.

Mehr Informationen: Themenseite EnEV

Zusätzlicher Wohnraum durch Dachgeschossausbau

Wird im Rahmen der Dachsanierung ein zusätzlicher Wohnraum geschaffen, so können durch den Einbau einer fachgerechten Innendämmung auch Giebelwände von innen gedämmt werden. Hier empfehlen sich innovative Materialien, mit denen schnell und effizient eine deutliche Verbesserung der Dämmleistung erzielt wird. Und: Der Dachausbau lohnt sich prinzipiell immer, da sich ein eigentlich überflüssiger Speicher in einem weiteren gemütlichen Wohnraum verwandelt, was auch den Wert des Hauses steigert.

Mehr Informationen: Kurz-Ratgeber Dachausbau

Finanzierung einer Dachsanierung im Altbau

Was die Sanierung eines Altbaus kostet, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Generell gilt: Professionelle Beratung bei Planung und Durchführung ist unabdingbar, um die speziellen Besonderheiten alter Gebäudekonstruktionen zu erkennen und passende Lösungen zu konzipieren. Idealerweise wird auch ein Energieberater hinzugezogen, der Hilfestellung bei der Ausschöpfung der staatlichen Förderprogramme leisten kann.

Mehr Informationen: Kostenloses E-Book „Sanierung und Finanzierung“

Bildquellen: Rathscheck Schiefer, Braas

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