Orkane einplanen, Dächer schützen

Damit das Dach nicht fliegen geht: sturmsichere Dachplanung

Heftige Stürme beschränken sich heutzutage längst nicht mehr nur auf die Regionen an der Küste, sondern dringen immer öfter auch ins Landesinnere vor. Und auch die Abstände ihres Auftretens werden zunehmend kürzer, wie die Analysen eines großen europäischen Rückversicherers nahelegen. Die sogenannten „Starkwindereignisse“ Kyrill, Emma & Co. gingen bereits als warnendes Beispiel voran – jeweils mit einer Schadenssumme in Milliardenhöhe. Natürlich hängt die Höhe der Schäden auch mit der zunehmend dichteren Bebauung zusammen, es gibt einfach von Jahr zu Jahr mehr Häuser, die dem Wind im Weg stehen. Ob der nächste Orkan kommt, steht außer Frage. Diese lautet nur: Wann? Logische Konsequenz aus dieser Entwicklung: Dächer müssen generell sturmsicherer werden!

Welche Dächer sind besonders gefährdet?

Doch wo liegen die Grenzen zwischen einer vermeintlich und einer tatsächlich sturmsicheren Dacharchitektur? Hier hilft ein Blick auf die Bilanzen der zurückliegenden Stürme. Dabei zeigt sich, dass die schwersten Schäden bei flachen Dächern auftraten. Klassische Steildächer dagegen konnten die stürmischen Tage überwiegend schadlos oder mit nur geringfügigen Schäden überstehen.

Ist das Dach mit einer Hartbedachung wie z.B. Dachsteinen oder -ziegeln eingedeckt, lösen sich im Schadensfall meist nur einzelne Dachsteine bzw. Dachziegel. Die Reparaturarbeiten halten sich dann in Grenzen. Von Schieferdächern fliegt sogar in den allermeisten Fällen gar nichts weg – auch wenn die umliegenden Dächer komplett abgedeckt wurden! Gleiches gilt für Bedachungen aus Titanzink.

Sicherheitsfaktor Dachneigung – Sturmschutz ist planbar

Aber warum überstehen Dächer mit einer Dachneigung von 7 Grad und mehr schwere Stürme so viel besser als Flachdächer? Dafür sind im Wesentlichen zwei Gründe verantwortlich. Zum einen kann der Unterdruck, welcher bei derartigen Windbelastungen entsteht, bei schuppenförmigen, überlappenden Eindeckungen leichter entweichen als bei Flachdächern, welche wie ein großes Segel im Wind wirken. Die dabei entstehenden Sogkräfte können so groß sein, dass oft die gesamte Konstruktion – also Schalung, Lattung, Dämmung – mit abhebt.

Zudem bietet ein steiler geneigtes Dach schon aufgrund der Aerodynamik einen wesentlichen Vorteil: Je steiler das Dach, umso größer ist auch der Anpressdruck an der dem Wind zugewandten Seite. Die Windkräfte brechen dann am First. Somit sind die Sogkräfte auf der dem Wind abgewandten Seite nur noch gering. Dieses Prinzip ist in etwa vergleichbar mit einem Dachspoiler beim Auto.

Bei flachen Dächern dagegen brechen die Windkräfte deutlich weniger. Dadurch ist die Sogwirkung stärker und das Eindeckmaterial wird leichter abgehoben. So wirkt ein Flachdach bei starkem Wind wie ein Tragflächenprofil.

Sturmklammern halten die Ziegel am Dach

Angewandte Bauphysik ist also ein Weg zum sicheren Dach. Es gibt aber auch noch eine weitere, ganz handfeste Methode, Ziegel und Dachsteine an Ort und Stelle zu halten: Sturmklammern. Das sind kleine Drahtbügel, welche Eindeckungsmaterialien an der Dachstuhlkonstruktion fixieren und verhindern, dass sich einzelne Pfannen lockern bzw. abgehoben werden. Je nach Region ist die Montage ohnehin vorgeschrieben, und auch eine Nachrüstung geht schnell und ist kostengünstig – sie kommt in jedem Fall billiger als ein abgedecktes Dach.

Mehr Informationen: Themenseite Unwetterschutz fürs Dach

Den Böen keine Chance: Angriffspunkte beseitigen

Alles beginnt mit einem einzigen lockeren Ziegel – ist der einmal abgehoben, folgen unter Umständen rasch weitere, weil der gegenseitige Halt der Eindeckung durchbrochen ist. Vor allem bei älteren Dächern kann es vorkommen, dass die eine oder andere Dachpfanne nicht mehr optimal liegt. Wenn ein Haus dazu noch in besonders exponierter Lage steht, lohnt sich eine regelmäßige Inspektion. So werden potentielle Schwachstellen schon erkannt und beseitigt, ehe das nächste Sturmtief sie aufdeckt.

Bildquelle: Rathscheck Schiefer

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