Handwerkern mit Basiswissen begegnen

Die zulässige Dachneigung ist in den Bebauungsplänen und in den jeweiligen Herstellervorschriften nachzulesen. Steildächer haben meist eine Neigung um die 40 Grad. Bei Dächern unter 22 Grad wird von flach geneigten Dächern gesprochen. Je nach Deckungsmaterial sind verschiedene Neigungsbereiche möglich.

Schiefer wird in der Regel ab einer Dachneigung größer 22 Grad oder 25° eingesetzt. Dachpfannen können je nach gewählter Dachnunterkonstruktion schon ab 10 Grad– Metalldeckungen können ab 7 Grad verwendet werden. Die Dachkante sollte über die fertige Wandfläche hinausragen. Ob dies so geplant ist, lässt sich an den Bauplänen ablesen.

Dachsteine, Dachziegel und Schieferplatten häufigste Dacheindeckung

Neben der Dachneigung kann auch das Deckungsmaterial durch den Bebauungsplan oder die Baugenehmigung vorgeschrieben sein. Wer die Wahl hat, sollte das Gespräch mit dem Architekten suchen. Die meisten Dächer hierzulande sind gedeckt mit Dachsteinen, Dachziegeln oder Schiefer. Häufig finden sich auch Metalldeckungen aus Titanzink.

Das verwendete Eindeckungsmaterial muss erster Wahl sein. Es empfiehlt sich, nur Markenprodukte zu verwenden. Bleibt Deckungsmaterial aus Schiefer oder Dachpfannen übrig, sollte dieses auf jeden Fall aufbewahrt werden.

Sturmklammern schützen die Dacheindeckung

Sturmsicherungen sind unverzichtbar, denn sie verhindern Schäden durch immer häufigere und intensivere Stürme. Dazu werden bei Dachpfannen in Sturm gefährdeten Lagen spezielle Sturmklammern oder Nägel in der Dachfläche und im Randbereich angebracht. Schrauben oder Nägel am Ortgang (Dachgiebelseite), First oder Grat sichern die Dachkanten. Schiefer- und Titanzinkdeckungen haben durch ihre speziellen Verlegetechniken eine sehr hohe Sturmsicherheit und benötigen keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Zubehörteile aus Metall wie Befestigungsmittel, Schneefanggitter, Haken, Sturmklammern und Nägel, müssen korrosionsgeschützt sein. Außenliegende Metallteile im Dachbereich sollten an die Blitzschutzanlage angeschlossen sein, die nur von einem zugelassenen Fachmann erstellt werden darf. Vor Witterung dauerhaft geschützt sind Metalle mit einer Zinklegierung.

Unterschiedliche Metalle dürfen sich nicht berühren, sonst kann es zu einer Kontaktkorrosion kommen. Zu beachten ist auch: Kupfer und Zink vertragen sich nicht: Eine mit Kupfer eingefasste Gaube sollte also nicht über eine Dachrinne aus Zink gesetzt werden.

Feuchtigkeit abführen

Bei einem hinterlüfteten Dach müssen im First- und Traufbereich genügend Lüftungsöffnungen vorhanden sein. Eine gute Entlüftung führt Feuchtigkeit schnell ab und bewahrt so den hölzernen Dachstuhl vor Schäden. Bei Dachdurchbrüchen, wie sie Fenster und der Kamin darstellen, ist auf einen sorgfältigen Anschluss zu achten, denn Durchbrüche sind immer potentielle Mängelstellen. Bewährte Materialen sind Metalle, wobei als innovative Produkte auch weiches Anformzink oder farblich zur Deckung passende Kunststoffbänder zur Verfügung stehen.

Dachdämmung mit Dampfbremse

Erst eine Dämmung ab ca. 18 Zentimetern macht ein Dach bewohnbar. Die Dämmung muss exakt verarbeitet sein, sonst entsteht Kondenswasser und Schimmel gedeihen. Auch drohen in diesem Fall Frostschäden. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollte die Dämmung der Außenwand lückenlos in die Dachdämmung übergehen. Die Dachkonstruktion muss technisch richtig ausgeführt sein. Dazu gehören neben dem geeigneten Dämm-Material eine luftdicht verlegte Dampfbremse, Klebebänder und Dichtstoffe.

Alle Durchdringungen müssen an die luftdichte Ebene angeschlossen sein, um Zugluft bzw. ein Ausströmen von warmer Luft in die Konstruktion zu verhindern. Systemlösungen sind hier sehr empfehlenswert, da die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind und damit höchste Funktionssicherheit gewährleistet ist. Seit einiger Zeit werden häufig so genannte Blower-Door-Tests nach Fertigstellung durchgeführt, die luftdurchlässige Stellen aufdecken.

Vom Architekten prüfen und abnehmen lassen

Ist das Dach fertig, sollte es vom Architekten überprüft und abgenommen werden. Der Bauherr sollte stets darauf achten, dass andere, nachfolgende Handwerker keine Beschädigungen am fertig gedeckten und abgenommenen Dach verursachen.

Bildquelle: Braas