Schmelzwasser

Zuverlässige Dachentwässerung auch bei Tauwetter

Zuverlässige Dachentwässerung auch bei Tauwetter

Ziel der Dachentwässerung ist es, Regen- und Tauwasser zuverlässig von den Dachflächen abzuleiten und so vom Gebäude fernzuhalten. Damit das System auch bei starken Niederschlägen oder nach schneereichem Winter nicht überlastet wird, ist eine sorgfältige Planung von Dachrinnen und Fallrohren unabdingbar.

In schneereichen Regionen sind Dachkonstruktionen besonders gefordert: Die hohe Masse sowie die Feuchtigkeit des Schnees stellen die Tragfähigkeit und Dichte des Daches auf den Prüfstand. Wenn die Temperaturen wieder über Null klettern, schmelzen Schnee und Eis und werden damit zur nächsten Herausforderung: Das Schmelzwasser soll vom Gebäude weggeleitet werden, um eine Durchfeuchtung des Mauerwerks zu verhindern. Essentiell ist an dieser Stelle ein Entwässerungssystem, bestehend aus Dachrinnen und Fallrohren, das auf das Dach abgestimmt ist.

Welche Faustregeln gelten für die Planung der Dachentwässerung?

Um zu ermitteln, wie aufnahmefähig Fallrohre und Regenrinnen für das Hausdach sein müssen, spielen nicht nur Neigung und der Größe der Dachflächen eine Rolle. Mit einbezogen werden müssen zusätzlich die Oberflächenbeschaffenheit sowie die sogenannte Regenspende. Als Regenspende bezeichnet man die Regenwassermenge, die in einer bestimmten Zeit auf eine bestimmte Fläche niedergeht. Der Wert kann bei der örtlichen Entwässerungsbehörde erfragt werden. Als grobe Faustregel gilt: Für ein durchschnittliches Hausdach bis etwa 100 Quadratmeter Dachfläche genügt in der Regel ein Fallrohr von 80 Millimetern Durchmesser. Passend zum Fallrohr wird dann die Dachrinne gewählt.


Dachrinne: Worauf kommt es bei Material und Montage an?

Bei den Dachrinnen wird zwischen dem Ort der Montage, ihrer Form und dem verarbeiteten Material unterschieden. Zur Auswahl stehen Hängerinnen, aufliegende Rinnen, in der Dachfläche integrierte Rinnen und solche, die direkt an der Traufe liegen. Sie können halbrund, kastenförmig oder keilförmig sein und aus feuerverzinktem Stahlblech, Kupferblech, Aluminiumblech, Zink oder Kunststoff bestehen. Üblicherweise werden Dachrinnen, unabhängig von Form und Material, mit 0,5 bis 2 Prozent Gefälle verlegt. Jedoch stellt die vollständig waagrechte Montage keinen Baumangel dar, solange sich durch anstauendes Wasser das Ablaufvolumen der Rinne nicht so verkleinert, dass es der Norm entsprechend zu niedrig ist. Der Einbau eines zusätzlichen Fanggitters über der Rinne empfiehlt sich, damit es nicht zu Verstopfungen durch beispielsweise Laub kommt.

Wie kann man vereisten Dachrinnen vorbeugen?

In schnee- und eisreichen Regionen lohnt es sich, darüber nachzudenken, zusätzlich eine Dachrinnenheizung einzubauen. Sie sorgt dafür, dass das durch die Wärmeabgabe von Gebäuden und Sonneneinstrahlung entstehende Schmelzwasser barrierefrei ablaufen kann und es nicht durch Vereisungen zum Wasserstau kommt. Dies ist besonders von Bedeutung bei innenliegenden Rinnen, wo durch Eispfropfen bzw. -barrieren nachfolgend ablaufendes Schmelzwasser aufstaut und in das Gebäudeinnere eindringen kann.

Bildquelle: Braas (Hauptmotiv), Rheinzink