Material fürs Dach

Welche Dacheindeckung ist die beste?

Welches Dachmaterial passt optisch am besten zum Haus, welches erfüllt funktional alle Anforderungen? Anders als beispielsweise beim Autokauf alle paar Jahre ist die Entscheidung für eine Dacheindeckung buchstäblich eine Wahl fürs Leben. Es ist also absolut sinnvoll, wenn man sich als Hausbesitzer mit den Vorzügen der Eindeckungsmaterialien beschäftigt – interessant ist das Entdecken der diversen Varianten obendrein.

Die richtige Dacheindeckung fürs Einfamilienhaus

Für das deutsche Einfamilienhaus gilt das Steildach mit einer Neigung von etwa 22 Grad als charakteristisch. Eingedeckt ist es zumeist mit Dachsteinen, Dachziegeln, Schiefer oder Metall. Reet (getrocknetes Schilfrohr) dient hauptsächlich in den Küstenregionen als traditioneller Baustoff. Weichmaterialien wie Dachpappe und Bitumen-Dachschindeln sind im Wohnbau unüblich, sie finden sich meist nur auf Zweckbauten wie Gartenhäusern, Garagen oder Lagerschuppen.

Nach welchen Kriterien wählt man das Deckmaterial aus?

Eine neue Dacheindeckung soll das Haus aufwerten, sowohl unter ästhetischen als auch unter praktischen Aspekten. Bei der Auswahl spielen deshalb mehrere Gesichtspunkte zusammen:

  • Die Optik – Form und Farbe der Eindeckung können das Haus noch attraktiver machen. Ein eher ruhig gestaltetes Haus gewinnt mit einer lebendig wirkenden Deckung an Ausstrahlung. Bauten mit variantenreicher Architektur wiederum kommen mit einem dezenten Eindeckungsstil noch besser zur Geltung.
  • Die Funktion – das Dach soll nachhaltig dicht bleiben, auch bei Regen und Sturm. Das ist relevant für den Schutz der Bausubstanz wie auch für die Integrität der unter der Deckung liegenden Dämmschicht.
  • Die Extras – viele Hausbesitzer integrieren Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen, um das Dach als privates Sonnenkraftwerk zu nutzen. Die gewählte Eindeckung sollte eine harmonische Integration der entsprechenden Technikelemente unterstützen.
  • Der Preis – sowohl zwischen den einzelnen Materialien als auch innerhalb des verfügbaren Produktangebots gibt es Kostenunterschiede.

Dachziegel: Atmungsaktiv und robust

Dachziegel finden seit Jahrhunderten Verwendung und werden aus Ton hergestellt. Das Naturmaterial nimmt durch seine kapillaren Poren Feuchtigkeit auf und gibt sie auch relativ schnell wieder ab. Farbige Engoben oder Glasuren machen diesen Baustoff resistent gegen alle Arten von Umwelteinflüssen und bringen Farbe aufs Dach. Dachziegel eignen sich sowohl für Flächen als auch für Detaillösungen.

Generell unterscheidet man die drei Hauptgruppen Flachziegel, beispielsweise die sogenannten Biberschwanz-Platten, Hohlziegel, wie zum Beispiel Nonnen, und Falzziegel.

Mehr Informationen: Themenseite Dachziegel

Dachsteine: Leicht zu verlegen, hart im Nehmen

Dachsteine bestehen aus Zement, quarzhaltigem Sand und Wasser. Extreme Robustheit und lange Lebensdauer, ein günstiger Preis sowie eine einfache und zeitsparende Verlegung sind ihre Hauptvorteile.

Praktisch: Bei Systemanbietern wie Braas gibt es zu Dachsteinen alle ergänzenden Produkte wie Ortgang-, Kamin-, First- und Durchgangselemente in den gleichen Material- und Farbausführungen. Neben traditionellem Rot sind zahlreiche Farbvarianten mit matten oder hochglänzenden Oberflächen erhältlich.

Mehr Informationen: Themenseite Dachsteine

Schiefer: Schon immer schön – jetzt auch noch preislich interessant

Der Naturstein Schiefer verleiht jedem Haus eine außergewöhnliche Optik. Der Werkstoff ist 400 Millionen Jahre alt und wird aufgrund seiner seidig schimmernden Oberfläche gerne als Dacheindeckung und Fassadenverkleidung eingesetzt. Zunehmend populär wurde Schiefer auf den Dächern in den letzten Jahrzehnten durch kostengünstige Gewinnungs-, Verarbeitungs- und Verlegemethoden.

Für Aufsehen sorgte in jüngster Zeit eine Innovation des Schieferherstellers Rathscheck: Mit einem ausgefeilten System lassen sich vorgefertige Schieferplatten ganz einfach in eine Tragkonstruktion einklipsen – das senkt Aufwand und Kosten. Dass Schiefer ein Dach rein schon aufgrund der aufwändigen Verlegung prinzipiell hochpreisig macht, gilt also künftig nicht mehr.

Mehr Informationen: Themenseite „Schiefer für alle“ und Themenseite „Schiefer“

Titanzink: Außergewöhnliche Akzente setzen

Metalldächer aus Titanzink sind immer ein optisches Highlight. Für Bauherren positiv wirkt sich zudem der dauerhafte Werterhalt aus: Zinkkonstruktionen sind witterungsbeständig und wartungsfrei. Die elegante, blaugraue Patina, die sich auf Zink bildet, macht das Material extrem korrosionsbeständig. Vielfältige Verlegeoptionen – horizontal, vertikal oder diagonal – erlauben eine große gestalterische Flexibilität. Zink kann am Dach aber auch gut als Stilmittel eingesetzt werden: Mit kleinen "Accessoires" aus Zink lassen sich Gauben, Dachrand, Giebel und Kamin aufwerten. Das ist nicht nur beim Neubau, sondern auch im Rahmen von Sanierungen möglich. Auch Dachrinnen und Fallrohre aus Zink setzen spannende architektonische Akzente.

Mehr Informationen: Themenseite Zink

Bildquelle (Hauptmotiv): Braas

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