Sicheres Dach

Ihr Dach – 12 Dinge, die Sie wissen sollten

1. Kann ich am Dach selber Reparaturen ausführen?

Lieber nicht. Das Dach ist für Laien ein Hochrisiko-Bereich und keinesfalls eine DIY-Zone. Arbeiten auf dem Dach sind ohne die richtige Sicherheitsausrüstung extrem gefährlich – einmal ausrutschen ist schon einmal zu viel. Auch profundes Fachwissen über Dachkonstruktion, Decktechniken und Nässeschutz ist unverzichtbar, denn Fehler in der Ausführung können teuer werden.

2. Wie kann man Schäden an der Dämmung erkennen?

Am einfachsten erkennt man Dämmungsprobleme in der weißen Jahreszeit: Im Winter ist eine einheitliche Schneedecke auf dem Dach ein Indikator für eine funktionierende Wärmedämmung. Einzelne dunkle Stellen neben weißen Flächen deuten dagegen auf eine defekte Dämmung hin. An diesen Stellen tritt Wärme aus und lässt den Schnee schmelzen. Im Sommer sind feuchte Stellen oder Pfützen im Innenraum des Dachgeschoßes nach einem Regenguss ernstzunehmende Alarmzeichen für ein Leck in der Dämmung.

Mehr Informationen: Themenseite Dämmung

3. Welche Folgen hat eine beschädigte Dämmung?

Ist die Dämmung defekt, steigen die Energiekosten: Im Winter erhöhen sich Heizkosten durch austretende Wärme. Im Sommer funktioniert die Kühlung dagegen nicht einwandfrei. Außerdem kann durch Dämmlecks Feuchtigkeit eindringen, zu Schimmelbildung führen und massive Schäden am Mauerwerk verursachen. Zu Defekten an der Dachdämmung kann es beispielweise kommen, wenn durch eine undichte Deckung Feuchtigkeit eindringt.

4. Lohnt sich eine Dämmung?

Die Investition in eine solide Dämmung zahlt sich mit Sicherheit aus. Vor allem beim Dach – hier gehen bis zu 40% der Heizenergie verloren. Eine Dämmung wirkt sich außerdem positiv auf das Wohnklima aus. Im Sommer hält sie die Hitze fern, im Winter die Kälte. Die Kosten für eine neue Dämmung tragen sich für Hausbesitzer dank staatlicher Zuschüsse deutlich leichter. Und – ein saniertes und gut gedämmtes Dach steigert natürlich den Wert des Hauses, da es als Immobilie energetisch up to date ist.

5. Muss man das Dach nach einem Unwetter überprüfen?

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte das Dach nach schweren Unwettern auf lose bzw. möglicherweise durch „Taubenei-Hagelschlag“ angebrochene Ziegel untersuchen lassen. Pfützen auf dem Dachboden und Verfärbungen an der Wand weisen in jeden Fall auf Lecks im Dach hin.

6. Welche Dacheindeckungsmaterialien sind am sturmsichersten?

Schiefer ist extrem robust, und jede Platte wird einzeln am Dach befestigt. Daher gilt dieses Material als sehr sturmsicher. Aber auch eine Metalleindeckung mit Titanzink wird mechanisch befestigt und hält damit schweren Stürmen stand. Dachsteine und Dachpfannen können mit Sturmklammern nachgerüstet werden, so dass sie auch bei hohen Windstärken an Ort und Stelle bleiben.

7. Was genau sind Sturmklammern?

Sturmklammern sind Metallklammern aus rostfreiem Material, die zur Fixierung von Eindeckungselementen eingesetzt werden. Sie verhindern das Abheben von Ziegeln und Dachsteinen durch den Windsog und beugen auch dem Abrutschen wirksam vor. Je nach Windzone – Deutschland ist in vier davon eingeteilt – und Lage verwendet der Dachdecker eine festlegte Anzahl dieser Zusatzsicherungen. Die Montage ist einfach, meist werden die Sturmklammern in einen Seitenfalz gehängt und in die Lattung geschlagen.

8. Spielt die Dachneigung eine Rolle für die Sicherheit bei Stürmen?

Generell sind Flachdächer bei starken Stürmen gefährdeter als Dächer mit einem hohen Neigungsgrad. An einem Flachdach wird der entstehende Unterdruck am Dach nicht im gleichen Maße wie bei einem Steildach gebrochen, es bildet sich so eine stärkere Sogwirkung. Bei einem Flachdach sollte daher besonders auf eine sturmsicher befestigte Dacheindeckung geachtet werden.

9. Muss ich bei Moos die Ziegel tauschen?

Grüner bzw. bräunlicher Belag auf dem Dach ist als solcher unbedenklich und kein Anzeichen dafür, dass in absehbarer Zeit eine Verrottung des Deckmaterials droht. Das hält weit mehr aus als ein paar weiche Moose. Die „Begrünung“ deutscher Dächer hat infolge verbesserten Umweltschutzes zugenommen: Der früher regelmäßig fallende Saure Regen sorgte dafür, dass das Wachstum von Algen und Moos begrenzt wurde, umso mehr fällt heute eben der natürliche Bewuchs auf. Wen der Bio-Befall stört – jeder Dachdecker weiß, wie man ihn schnell vom Dach bekommt.

Mehr Informationen: Themenseite Grünbelag am Dach

10. Wie wird das Dach winterfest?

Wichtig ist eine gründliche Überprüfung des gesamten Daches inklusive Dämmung und Dachstuhl. Neben lockeren Elementen müssen Risikobereiche für eintretende Nässe wie An- und Abschlüsse von Lüftung, Fenster und Kaminen sorgfältig kontrolliert werden. Man sollte außerdem eine Schneesicherung wie Schneefanggitter und Schneestopper anbringen und die Dachrinne säubern.

11. Wo sind die Risikobereiche für eintretende Feuchtigkeit auf dem Dach?

Besonders An- und Abschlüsse von Fenstern, Lüftungen und Kaminen sind durch eintretende Nässe gefährdet. Daher muss bei der Anbringung der Dämmung besonders auf die einwandfreie Verarbeitung an diesen Stellen geachtet werden. Zudem sollten die Anschlüsse regelmäßig auf ihre Dichtheit kontrolliert werden.

12. Wie viel Pflege braucht mein Dach?

Wie bei allen anderen Bestandteilen der Immobilie lohnt es sich auch beim Dach, einen guten Zustand aufrechtzuerhalten. Dächer sind allerdings äußerst dankbare Bauelemente und nicht besonders pflegeintensiv. Eine gute Optik und verlässliche Dichtheit sind vielen Hausbesitzern aber doch wichtig. Deshalb: Deckung und Dämmung ab und an vom Dachdecker checken lassen, die Dachfenster in Schuss halten (was man meist auch selbst machen kann) und für ungehinderte Entwässerung sorgen – und das Dach hält problemlos über viele Jahrzehnte.

Bildquellen: Rheinzink (Hauptmotiv), ISOVER, dach.de

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