Dächer wissenschaftlich durchgerechnet

Ist ein Steildach kostengünstiger als ein Flachdach?

Geneigte Dächer sind der meistgebaute Klassiker, Flachdächer erfreuen sich gerade bei modern designten Häusern zunehmender Beliebtheit. Aber – welche Dachform kommt den Bauherrn günstiger?

Beim Hausbau bewegt sich das Budget naturgemäß in einem festen Rahmen. Deshalb wird hier besonders auf optimale Wirtschaftlichkeit geachtet – auch bei der Dachkonstruktion. Konkret heißt das: Unter Berücksichtigung aller Anschaffungs- und zu erwartenden Folgekosten soll der für die Bewohner größtmögliche Nutzen erreicht werden.

In einem Vergleich zwischen Steil- und Flachdach der TU Wien, durchgeführt 2015, zeigte sich, dass Konstruktionen mit Steildach langfristig kosteneffizienter sind als Gebäude mit Flachdach.

Die Vergleichs-Kandidaten:

Grundlage der Studie stellten Einfamilienhäuser mit unterschiedlichen Dach- und Ausbauvariationen dar. Verglichen wurden je ein Einfamilienhaus

  • mit Flachdach sowie
  • mit unausgebautem Steildach, jeweils 331 mit Quadratmetern,
  • mit ausgebautem Steildach und 417 Quadratmetern.

In die Berechnung flossen Kosten für alle Lebenszyklusphasen – das bedeutet Herstellung, Betrieb sowie Ersatz der Bauteile nach Ablauf ihrer Lebensdauer – mit ein.

Niedrigere Anschaffungskosten pro Quadratmeter Wohnfläche

Die durchschnittlichen Baukosten für einen Quadratmeter Wohnfläche sind beim Gebäude mit Flachdach (1.153 Euro/qm) etwas günstiger als beim Gebäude mit unausgebautem Steildach (1.198 Euro/qm), dafür aber schon deutlich über der Konstruktion eines Gebäudes mit ausgebautem Steildach (990 Euro/qm). Diese Diskrepanz entsteht vor allem durch die günstigere Konstruktionsweise des Dachgeschosses beim Steildach. Zudem steht bei der ausgebauten Variante den höheren Anschaffungskosten ein Wohnraumgewinn entgegen. Dadurch ergibt sich ein geringerer Quadratmeterpreis.

Auch bei der reinen Betrachtung der Kosten für die Konstruktion der Dachhaut sind die Steildachvarianten mit 251 Euro/qm (ausgebaut) und Euro/qm (unausgebaut) deutlich günstiger als das Flachdach mit 353 €/m².

Weniger Aufwand für die Instandhaltung

Auch ein Dach braucht Wartung – das eine mehr, das andere wesentlich weniger, was am Bauprinzip liegt. Die österreichischen Wissenschaftler vergleichen in unterschiedlichen Zeitintervallen die Instandhaltungskosten beim ausgebauten Steildach mit denen am Flachdach und setzen sie ins Verhältnis zur Nutzfläche des jeweiligen Gebäudes. Nach 25 Jahren zeigt sich bereits eine große Diskrepanz: Der permanente Aufwand, das Flachdach zuverlässig gegen Niederschlag abzudichten, schlägt deutlich zu Buche. Zusammen mit der geringeren Nutzfläche verschärft sich die Kostenlage. Nach 50 Jahren liegen die Lebenszykluskosten des ausgebauten Steildachs bei 2.120 Euro/qm, die des Flachdachs bei 2.537 Euro/qm.

Steildach bietet viele Vorteile

Fazit: Die anfänglich etwas höhere Investition in ein Steildach lohnt sich auf lange Sicht. Die finanziellen Vorteile sind teilweise auf den zusätzlichen Wohnraum zurückzuführen. Der Ausbau des Dachgeschosses bietet auch für die Bewohner erheblichen Mehrwert: einen zusätzlichen Raum sowie die dank Dämmung und Verglasung angenehme Wohnatmosphäre.

Energetische Extras

Auch eignet sich ein Steildach hervorragend für die Gewinnung von Sonnenenergie, sowohl mithilfe einer Solarthermie- als auch einer Photovoltaik-Anlage. In Mitteleuropa beträgt der ideale Aufstellwinkel einer Solaranlage zwischen 30 und 35 Grad. Auf einem Steildach können die Module demzufolge plan liegen bzw. sogar in die Deckung integriert werden. Bei geringerer Neigung, zum Beispiel einem mediterranen Zeltdach oder einer Flachdachkonstruktion, müssen die Solarmodule im Rahmen der Montage aufgeständert werden, um den ertragreichen Neigungswinkel zu erzielen. Das beeinflusst die Optik des Gebäudes massiv – schließlich soll gerade ein flaches Dach elegant wirken.

Bildquelle: VELUX Deutschland

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