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Die fünf beliebtesten Dachformen in Deutschland

Jahrzehnte lang war das Satteldach die meistgebaute Dachform in Deutschland. Viele Wohngebiete, sogar ganze Stadtteile wurden von diesem Dachtyp geprägt. Doch seit einigen Jahren schon kehren viele traditionelle Formen in die deutsche Dachlandschaft zurück. Möglich wurde dies durch die Lockerung der örtlichen Bebauungspläne und die damit verbundenen Zwänge. Der Kreativität sind vielerorts kaum noch Grenzen gesetzt. So hat man als Bauherr bei Dachform eine große Auswahl: Vom Satteldach bis zum Pultdach, Zeltdach oder Walmdach – die Variationen sind vielfältig.

Der Spitzenreiter ist das Satteldach

Noch immer klassisch und zeitlos ist das Satteldach mit seinen zwei geneigten Dachflächen. Geradlinigkeit und ein solider Eindruck sind das Markenzeichen. So hat sich das Satteldach zur beliebtesten Dachform in Deutschland etabliert. Langweilig ist diese Variante aber keineswegs. Kombiniert mit anderen Dachformen können beispielsweise markante T- und L-Formen entstehen. Auch Gauben und Dachverschneidungen durchbrechen die schlechte Form und lassen Blickfänge entstehen.

Der Urtyp: das Walmdach

Die Urform des wohnungsbaulichen Dachs ist das Walmdach. Charakteristisch sind die an allen Seiten heruntergezogenen Dachflächen, die die Schutzfunktion des Daches besonders unterstreichen und für erhöhte Stabilität sorgen. Heutzutage werden die Giebel der Front- und Rückseite oft nur noch teilweise abgewalmt, diese Dachform nennt man Krüppelwalmdach. Sie wird vor allem dann verwendet, wenn der Steilgiebel vor rauer Witterung geschützt werden soll.

Auf den Punkt: das Zeltdach

Ebenfalls vier Dachflächen weist das Zeltdach auf. Es unterscheidet sich zu Walmdächern darin, dass es keinen Dachfirst sondern lediglich einen einzigen Firstpunkt gibt, an dem die vier gleich geneigten Dachflächen zusammenlaufen. Das Zeltdach ist daher ausschließlich bei quadratischen und rechteckigen Hausgrundrissen möglich, hierzulande aber immer beliebter angesichts der geschmackvollen Anmutung.

Für mehr Wohnfläche: das Mansarddach

Die Wohnfläche unter dem Dach bestmöglich ausnutzen kann man mit einem Mansard- oder Zwerchdach. Beim Mansarddach wird die Nutzung des Dachraumes durch die unterschiedlichen, teilweise sehr kurzen Dachschrägen optimiert und es entsteht ein vollwertiges Geschoß. Das Mansarddach entstand in der Barockzeit und ist heute meist nur noch bei Altbauten zu sehen. Die Dachkonstruktion ist relativ aufwändig. Wer jedoch Wert auf Stil legt und etwas ganz besonderes sucht, wird mit einem Mansarddach definitiv ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Nachbarschaft erhalten.

Durch das Zwerchdach entsteht ebenfalls eine größere Wohnfläche unter dem Dach. Es weist einen Giebel auf, der quer zum Hauptdach verläuft, allerdings nicht bis zum First hinaufgezogen wird.

Design aufs Haus: das Pultdach

Auf der einen Seite gegen Wind und Wetter geschützt, auf der anderen Seite maximale Helligkeit: Das Pultdach bietet mit nur einer geneigten Dachfläche besondere Vorteile. Versetzte- bzw. Doppelpultdächer sind dagegen immer häufiger auf Designerhäusern zu sehen. Sie lassen viel Spielraum für individuelle Lösungen, insbesondere bei zwei versetzten Wohnebenen in einem Gebäude. Der entstehende waagrechte Giebelstreifen kann dank großer Fensterflächen außerdem zur nötigen Versorgung mit Tageslicht genutzt werden.

Vielfalt auch durch Baustoffe

Die Auswahl ist groß, doch das Gute ist: Egal für welche Dachform man sich entscheidet – bis auf gewölbte Dächer wie das Tonnen- oder Bogendach, die meist mit Metall oder Schiefer realisiert werden können – können alle Formen mit den gängigen Dachbaustoffen wie Dachziegel, Dachstein Schiefer oder Zink eingedeckt werden.

Bildquelle: Rathscheck Schiefer, Braas, Rheinzink