Ratgeber

Der richtige Baustoff fürs Dach

Auf den ersten Blick scheint der Aufbau des Daches simpel: Lattung, Dämmung, Eindeckung. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die einzelnen Dachbaustoffe müssen optimal zusammenspielen, damit das Dach über Jahrzehnte seine Aufgaben erfüllen kann. Viele Bauherren fragen sich deshalb – welche Materialien haben welche Vorteile?

Satteldach, Walmdach, Pultdach, Flachdach, Schleppdach – es gibt viele Dachformen, die eins gemeinsam haben: Sie müssen abgedichtet, gedämmt und gestaltet werden. Das Spektrum an verschiedenen Dachbaustoffen ist vielfältig und reicht vom klassischen Dachziegel über kunstvoll verarbeiteten Schiefer bis zum funktionalen Metalldach. Zusätzlich sind Dachfenster und/oder Gauben ein Faktor für die Wohn- und Aufenthaltsqualität unter der Dachschräge.

Worauf sollten Bauherren und Modernisierer bei der Wahl des Dachbaustoffs achten?

Grundsätzlich sollte das richtige Maß zwischen Funktionalität und Optik gefunden werden. In erster Linie sollte der Dachbaustoff Wind und Wetter standhalten, wobei davon auszugehen ist, dass dieses Kriterium von allen modernen Baustoffen erfüllt wird. Ein zweiter Aspekt ist zu entscheiden, welcher Stil am besten zum Gesamtbild des Hauses passt: Titanzink präsentiert sich eher modern, Schiefer edel, Dachsteine klassisch und Ziegel natürlich. Drittes Kriterium kann der vor Ort geltende Bebauungsplan sein.

Gibt es Baustoffe, die sich für bestimmte Dächer besonders eignen?

Ja, die gibt es. Besonders sticht hier Schiefer hervor. Der Naturstein hat den Vorteil, dass er sich individuell bearbeiten und somit an die örtlichen Gegebenheiten anpassen lässt. Dachziegel eignen sich dagegen vor allem für die beliebten Satteldächer, Titanzink ermöglicht individuelle Accessoires wie Ortgangbekleidungen, Dachrandblenden oder Gauben.

Wie umweltfreundlich sind Dachbaustoffe?

Moderne Dachbaustoffe sind natürlicher Herkunft. Sie bestehen zum Beispiel aus Ton, Zink oder Naturstein. Damit tragen sie auch zu einem gesunden Wohnklima bei. Bei Niederschlägen kommt es zu keiner Verunreinigung des Abwassers, da keine schädlichen Stoffe ab- oder ausgespült werden können. Auch dem Recyclingprozess können diese Materialien ohne weiteres zugeführt werden. Renommierte Hersteller achten zudem bereits bei der Herstellung auf Produktionsanlagen und
-prozesse, deren Energiebedarf und Emissionsausstoß gering sind. Oftmals mit überraschendem Ergebnis: Die Herstellung von Dachsteinen ist energiesparender als die von Tonziegeln.

Welche Rolle spielen Dachfenster und Dachdämmung?

Dämmmaterialien wie Mineralwolle halten im Winter die Wärme im Raum, während sie im Sommer Hitze aussperren. Eine ähnliche Wirkung haben auch Dachfenster, die neben dämmenden Eigenschaften auch die passende Verschattung bieten. Durch die Dämmung wird zudem das Eindringen von Feuchtigkeit in die Bausubstanz vermieden, wodurch Schimmelbildung nachhaltig ausgeschlossen ist. Der Clou: Das Zusammenspiel aus Eindeckung, Dämmung und Dachfenstern verbessert nicht nur das Wohnklima, sondern senkt zugleich die Energiekosten.

Bildquelle: Braas