Teure Dachreparatur

Dachhaie wieder auf Beutezug

Sie kommen so sicher wie die Zugvögel und sind auch schon in einigen Regionen Deutschlands unterwegs: Unseriöse Dachdecker, sogenannte Dachhaie, die nicht nur überteuerte, sondern oft auch noch unnötige Pseudoreparaturen an der Haustür offerieren. Nicht selten hinterlassen ihre Aktivitäten sowohl ein tiefes Loch in der Kasse als auch gravierende Schäden am Dach.

Worin genau aber liegt das Problem? Meist ist es das Missverhältnis zwischen Preis und erbrachter Handwerksqualität. Dabei handelt es sich aber nicht nur um einen schlechten Deal, sondern auch um die Kosten, die als Konsequenz mangelhafter Arbeitsausführung zusätzlich entstehen, insbesondere

  • fehlende Dichtigkeit des Daches mit langfristigen Folgeschäden
  • Schäden am Dachstuhl durch unfachmännische Eingriffe
  • Beschädigungen der Dämmung
  • instabile Verlegung des Eindeckmaterials
  • Bruchschäden infolge von falscher Betretung
  • Beeinträchtigung der Eindeckung durch unnötige Reinigungsarbeiten.

Viele dieser Mängel erkennt der Laie erst mit Verzögerung – der Dachhai geht dann seiner Tätigkeit längst woanders nach. Was Hausbesitzer deshalb wissen und beachten sollten, wenn ihnen ihr Dach lieb und teuer ist:

Überraschungs-Besuch mit Nebenwirkungen

Wenn SIE einen Dachdecker bestellen, wissen Sie auch warum. Beispielsweise wünschen Sie einen Dachcheck oder eine konkrete Reparatur. Wenn aber der Dachdecker „zufällig“ auf SIE zukommt und die zu erbringenden Leistungen auch noch selbst definiert, ist Skepsis geboten. Normale Betriebe sind in der Regel so gut ausgelastet, dass sie keinen Haustürvertrieb nötig haben.

Schlechte Arbeit – strategisch gut vorbereitet

Besonders attraktive Ziele für Dachhai-Brigaden – einer kommt selten allein – sind Wohngegenden mit einem hohen Bestand an älteren Bauten, bevorzugt Einfamilienhäuser. Die lassen sich komfortabel per Satelliten-Karte finden, und auf den Bildern kann dank guter Auflösung sogar das Alter der Dächer realistisch eingeschätzt werden. So schlagen die unseriösen Dachdecker zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen ist bei einem Altbau Reparaturbedarf leichter zu argumentieren. Und zum anderen sind die Bewohner solcher Häuser mit etwas Glück auch nicht mehr die jüngsten und an der Haustür mit aggressivem Verkaufsgebaren einfacher zu überrumpeln. Übrigens: Nicht nur Dächer, auch Türen und Fenster sind häufig Bestandteil des „Sanierungs-Sonderangebots“.

Mitgebrachter Dach-Schaden

Sehen heißt glauben, jedenfalls aus Dachhai-Perpektive. Deshalb bringen manche den Beweis für eine unaufschiebbare Dachreparatur gleich mit, beispielsweise in Form eines gebrochenen Ziegels, der angeblich soeben vom Dach gefallen ist. Alternativ verschaffen sich die ungebetenen Handwerker Zugang zum Dach und präsentieren den maroden Ziegel anschließend. Damit Form und Farbe stets halbwegs zum Objekt passen, führt man eine größere Auswahl im Lieferwagen mit.

Rücktrittsrecht aushebeln

Mit gutem Grund verlassen sich unseriöse Dachhandwerker nicht auf formlose mündliche Vereinbarungen, sondern drängen sofort aufs Unterschreiben von Auftragsformularen. Hier lauert eine Falle: Nach geltendem Recht steht Hausbesitzern ein 14tägiges Rücktrittsrecht zu. Beginnt der beauftragte Betrieb aber umgehend mit der Arbeit, z.B. mit dem Abdecken des Daches, so ist für den Kunden ein Rücktritt vom Vertrag de facto kaum noch möglich. Die Widerrufsfrist wird so durchs Schaffen von Tatsachen umgangen – haben die Handwerker erst einmal Hand ans Dach gelegt, ist es meist zu spät.

So schützen Sie Ihr Dach und Geld:

Warum kommen Dachhaie jedes Jahr wieder? Weil es sich trotz aller Warnungen immer noch lohnt. Die eigentliche Kompetenz dieser wandernden Betriebe sind Überrumpelungstaktik, Zeitdruck und finanzielle Köder. Bei Begriffen wie „Winter- bzw. Frühjahrs-Rabatt“, „Sonderaktion“ und „Dach-TÜV“ sollten Ihre Alarmglocken laut klingeln.

Lassen Sie sich also nicht auf schnelle Haustürgeschäfte ein, auch wenn Ihnen günstig erscheinende Preise bei Sofortabschluss versprochen werden, und nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Prüfung. Unterschreiben Sie nichts an der Haustür, und bestehen Sie auf einem formgerechten Kostenvoranschlag. Aus diesem sollten auch die genauen Daten des Handwerksbetriebes wie Name, Adresse und Qualifikation ersichtlich sein. Seriöse Dachdeckerfirmen sind Innungsmitglieder und am entsprechenden Logo zu erkennen.

Barzahlung ist für Dacharbeiten jeder Art absolut unüblich, Bar-Vorkasse noch mehr. Seriöse Firmen senden nach ordnungsgemäß getaner Arbeit korrekte Rechnungen zur Überweisung.

Verlassen Sie sich auf kompetente lokale Fachbetriebe. Diese sind auch dann ansprechbar, wenn es zum Gewährleistungsfall kommt – anders als mobile Kolonnen.

Übrigens: Qualifizierte Dachhandwerker finden Sie über unsere Fachhandwerker-Suche.

Bildquelle: Braas

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